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Diplomatischer Erfolg: Freilassung von US-Bürgern in Nordkorea

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Geheimdienstaktion Nordkorea entlässt die letzten US-Gefangenen

Sie sollten jahrelange Haftstrafen absitzen, doch jetzt sind die beiden letzten in Nordkorea inhaftierten US-Bürger bereits auf dem Rückflug in ihre Heimat. Mit an Bord: US-Geheimdienstdirektor James Clapper.

Es ist das Ende jahrelanger diplomatischer Verhandlungen: Die beiden US-Bürger Kenneth Bae und Matthew Miller sind in Begleitung des US-Geheimdienstdirektors James Clapper auf dem Rückflug in ihre Heimat. Das erklärte am Samstag ein Geheimdienstsprecher in Washington. Damit sind auch die letzten US-Amerikaner aus nordkoreanischer Haft entlassen worden. Erst wenige Wochen zuvor war der US-Tourist Jeffrey Fowle freigelassen worden. Er hatte fünf Monate im Gefängnis gesessen, weil er eine Bibel auf der Toilette eines Klubs in Pjöngjang liegengelassen haben soll.

Bae hingegen hatte eine weit längere Strafe abzusitzen. Der christliche Missionar mit südkoreanischen Wurzeln war zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden, hat mittlerweile zwei Jahre in nordkoreanischen Gefängnissen hinter sich gebracht. Ein Gericht in Pjöngjang hatte es als erwiesen angesehen, dass er zum Umsturz des kommunistischen Regimes des politisch isolierten Landes aufgerufen habe. Er habe die ihm zur Last gelegten Taten in den niedrigeren Instanzen gestanden, hieß es.

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Matthew Miller wurde erst Mitte September vom Obersten Gerichtshof in Pjöngjang wegen angeblicher staatsfeindlicher Handlungen zu sechs Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Er soll bei seiner Einreise als Tourist sein Visum zerrissen und dabei laut ausgerufen haben, dass er Asyl beantragen wolle. Insgesamt war Miller sieben Monaten lang in Nordkorea festgehalten worden.

Experten gehen davon aus, dass Nordkorea die US-Gefangenen als politisches Druckmittel nutzten wollte, um diplomatische Beziehungen zu den USA zu erzwingen. Das abgeschottete Land hofft auf eine Wiederaufnahme der sogenannten Sechsergespräche zu seinem umstrittenen Atomprogramm. Washington vertrat bislang jedoch die Linie, dass Pjöngjang sich zunächst bereit erklären müsse, über atomare Abrüstung zu verhandeln.

"Zwischen den USA und unserem Land gibt es keinen politischen Kanal. Das jetzige Problem würde es nicht geben, wenn die beiden Länder diplomatische Beziehungen hätten", zitierte die Nachrichtenagentur AP kürzlich einen nordkoreanischen Justizprofessor mit engen Verbindungen zu Pjöngjangs Machtzirkel. Nach Angaben des US-Außenministeriums hatte sich nun Geheimdienstdirektor Clapper persönlich in die Bemühungen um die Freilassung eingeschaltet.

Welcher Art Clappers Beteiligung an der Freilassung war und wie sich die Entscheidung der nordkoreanischen Regierung auf die Beziehungen der beiden Länder zueinander auswirken werde, wurde nicht erläutert. Außenamtssprecherin Jen Psaki ließ lediglich verlautbaren, dass die USA den nordkoreanischen Schritt begrüßten. Washington habe Pjöngjang seit Langem aufgefordert, die beiden Amerikaner aus humanitären Gründen freizulassen.

Nach dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 unterzeichneten die USA und Nordkorea ein Waffenstillstandsabkommen, aber keinen Friedensvertrag. Die Grenze zwischen Nord- und Südkorea zählt zu jenen mit der stärksten Militärpräsenz weltweit. Pjöngjang reagiert regelmäßig empört auf gemeinsame Militärübungen der USA mit Südkorea.

mak/afp/dpa