Nordkorea US-Experten sehen Atomreaktor von Yongbyon vor Neustart

Nordkorea könnte seinen abgeschalteten Atomreaktor von Yongbyon in wenigen Wochen wieder in Betrieb nehmen. Der Kühlturm sei wieder instand gesetzt. Der Meinung sind Experten der Johns-Hopkins-Universität. In der Anlage war das Plutonium für den ersten Nukleartest 2006 gewonnen worden.

AFP/GeoEye Satellite Image

Pjöngjang - Nordkorea ist nach Ansicht von Experten in der Lage, in einigen Wochen den Reaktor im Atomzentrum Yongbyon wieder hochzufahren. Das US-Korea-Institut an der Johns-Hopkins-Universität vermutet, der Neustart der Anlage könnte bereits in ein bis zwei Monaten erfolgen. Die Arbeiten stünden "kurz vor Abschluss". Das Regime in Pjöngjang mache "entscheidende Fortschritte", hieß es am Dienstag auf der Webseite 38 North des Instituts.

Neueste Satellitenbilder der Reaktoranlage zeigten, dass Nordkorea "im wesentlichen die Reparatur des Kühlturms abgeschlossen hat", heißt es weiter. Dieser war medienwirksam gesprengt worden, nachdem Pjöngjang die Nuklearanlage 2007 nach Verhandlungen mit der Sechser-Gruppe (Nord- und Südkorea, China, Japan, Russland und die USA) abgeschaltet hatte. Seit längerem registrieren Beobachter auf dem Gelände jedoch Bauarbeiten und Instandsetzungen. Die neuen Bilder wurden zwischen dem 16. und dem 22. Mai aufgenommen.

Unklar ist den Experten zufolge allerdings, ob frische Brennstäbe für den Reaktor vorhanden seien. Im Streit über sein Atomprogramm hatte das Land im April angekündigt, alle Anlagen in Yongbyon neu starten zu wollen. Dort wurde Plutonium produziert, das Nordkorea für seinen ersten Atomwaffentest im Oktober 2006 nutzte.

Einmal in Betrieb könnte der Reaktor "etwa sechs Kilogramm Plutonium pro Jahr" produzieren, "das für die Herstellung von Atomwaffen verwendet werden kann", so das US-Korea-Institut.

Das Atomzentrum Yongbyon liegt knapp hundert Kilometer nördlich der Hauptstadt Pjöngjang. Das Regime von Kim Jong Un hat Südkorea und auch den USA jüngst mit einem Atomschlag gedroht. Der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt zwischen Nord- und Südkorea hatte sich dramatisch verschärft. In den vergangenen Wochen hatte sich die Lage jedoch wieder deutlich beruhigt.

heb/dpa



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schliessmuskel 04.06.2013
1. Nicht alle sind Musterknaben ...
Zitat von sysopREUTERSNordkorea könnte seinen abgeschalteten Atomreaktor von Yongbyon in wenigen Wochen wieder in Betrieb nehmen. Der Kühlturm sei wieder instandgesetzt. Der Meinung sind Experten der Johns-Hopkins-Universität. In der Anlage war das Plutonium für den ersten Nukleartest 2006 gewonnen worden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkorea-experten-sehen-atomreaktor-kurz-vor-neustart-a-903596.html
Aussteigen ... Einsteigen, macht halt jeder, was er für richtig hält. Sind eben nicht alle solche Musterknaben, wie wir.
k70-ingo 04.06.2013
2.
Die sogenannten "Experten" wissen gar nix. Das ist reinste Kaffeesatzleserei. Kein Ausländer kommt in die Nähe der Anlagen oder kann mit dort tätigen Leuten sprechen (die anderen Nordkoreaner auch nicht). Einen geheimdienstlichen Fuß hat da auch niemand in der Tür, die Amis schon mal gar nicht. US-Bürger dürfen noch nicht einmal als Touristen so etliches machen, was für andere Staatsbürger kein Problem ist.
schnulli602 04.06.2013
3. dann wird es höchste zeit
...für eine konstatierte aktion der staaten, nach dem beispiel israels mit dem syrischen reaktor. nordkorea darf nicht in der lage sein, atomwaffen zu produzieren. also sollte der atomreaktor bombardiert werden. gleichzeitig sollte man nordkorea drohen, dass es beim kleinsten aufmucken massiv konventionell oder sogar atomar angegriffen wird, so dass kim bumm nicht auf den gedanken kommt, südkorea anzugreifen. vielleicht sollte man auch gleich das problem gänzlich lösen. nordkorea ist ein aggressor und einer der grössten gefahren für den weltfrieden. und die welt sollte sich von den pappfiguren dort nicht mehr an der nase herumführen lassen
alpenkraut 04.06.2013
4.
Zitat von schnulli602...für eine konstatierte aktion der staaten, nach dem beispiel israels mit dem syrischen reaktor. nordkorea darf nicht in der lage sein, atomwaffen zu produzieren. also sollte der atomreaktor bombardiert werden. gleichzeitig sollte man nordkorea drohen, dass es beim kleinsten aufmucken massiv konventionell oder sogar atomar angegriffen wird, so dass kim bumm nicht auf den gedanken kommt, südkorea anzugreifen. vielleicht sollte man auch gleich das problem gänzlich lösen. nordkorea ist ein aggressor und einer der grössten gefahren für den weltfrieden. und die welt sollte sich von den pappfiguren dort nicht mehr an der nase herumführen lassen
Der ist jetzt aber all zu durchsichtig...
phaeno 04.06.2013
5. Muskelspiele
Zitat von schnulli602...für eine konstatierte aktion der staaten, nach dem beispiel israels mit dem syrischen reaktor. nordkorea darf nicht in der lage sein, atomwaffen zu produzieren. also sollte der atomreaktor bombardiert werden. gleichzeitig sollte man nordkorea drohen, dass es beim kleinsten aufmucken massiv konventionell oder sogar atomar angegriffen wird, so dass kim bumm nicht auf den gedanken kommt, südkorea anzugreifen. vielleicht sollte man auch gleich das problem gänzlich lösen. nordkorea ist ein aggressor und einer der grössten gefahren für den weltfrieden. und die welt sollte sich von den pappfiguren dort nicht mehr an der nase herumführen lassen
Solche Ideen, wie die von Ihnen hier abgesonderten haben in der Vergangenheit für regelmässiges Verderben der Völker gesorgt. So unerträglich es ist, dass Israels Regime in seiner Umgebung rumbomben lässt, wie es ihm gefällt, so unerträglich ist es, wenn Staaten, die Atomwaffen besitzen und einsetzen (vgl. Gaza, Serbien etc.) anderen Staaten, die bisher keinerlei Kriege nach außen getragen haben, vorwerfen, Aggressoren zu sein. Die USA haben seit 1950 nahezu 50 Kriege gegen andere Länder geführt, Regierungen (meist demokratisch gewählte) gestürzt und durch Diktaturen ersetzt. Dieser Staat zusammen mit den NATO-Lakaien ist die einzige Gefahr für den Weltfrieden.
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