Erster Parteitag seit 1980 Nordkorea feiert Kim Jong Un

Nach 36 Jahren findet an diesem Wochenende erstmals wieder ein Parteikongress in Nordkorea statt. Wichtigster Programmpunkt: Ein schöner Titel für Machthaber Kim Jong Un - und vielleicht ein neuer Atomtest.

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Beim bisher letzten Parteitag im Jahr 1980 war Kim Jong Un noch nicht geboren, doch diesmal steht der nordkoreanische Machthaber uneingeschränkt im Mittelpunkt. Die herrschende Arbeiterpartei soll ihr neues Führungsgremium wählen. Und an dessen Spitze wird ziemlich sicher wieder der 33-jährige Kim stehen.

Die einzige Frage war zuletzt nur, welchen Posten Kim bekommen soll. Bisher nennt er sich erster Generalsekretär. Sein Vater, der 2011 verstorbene Kim Jong Il, wurde posthum zum "ewigen Generalsekretär" ernannt. Dessen Vater wiederum, Staatsgründer Kim Il Sung, trägt seit seinem Tod 1994 den Titel "ewiger Präsident" und gilt formell noch immer als Staatsoberhaupt des kommunistisch geführten Landes.

Zudem sollen auf dem Parteitag die Parteisatzung geändert und die Arbeit des Zentralkomitees überprüft werden. Ein Rätsel ist, warum nach so langer Zeit wieder das Format des Parteikongresses gewählt wurde. Beobachter spekulierten, Kim Jong Un wolle den Parteiapparat als politisches Machtinstrument aufwerten.

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Nordkorea: Tanzen für den Diktator

Der Kongress findet inmitten zunehmender Spannungen wegen Nordkoreas umstrittenen Atomprogramms statt. Kim hatte in seiner Eröffnungsrede am Freitag vor mehr als 3400 Delegierten in Pjöngjang seine Atompolitik gepriesen und den vierten Nukleartest des Landes im Januar sowie einen Satellitenstart im Februar als "historische Meilensteine" gefeiert. Von den mehr als 3400 Delegierten erhielt er dafür Standing Ovations.

Beobachter glauben, dass Kim seiner Botschaft bald mit einem weiteren Atomtest Nachdruck verleihen könnte, womöglich noch während des Parteitags.

stk/dpa/AP

insgesamt 18 Beiträge
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thomas.kabs 07.05.2016
1. Und täglich grüßt das Murmeltier ...
Leider steht in diesem - nennen wir es der Fairness halber Artikel - aber auch nichts, was SPON nicht in den letzten Tagen schon geschrieben hätte. Braucht ihr denn wirklich jeden Klick?
dunnhaupt 07.05.2016
2. Nicht mehr
Wie wär's mit "Allerliebster Leader"?
danido 07.05.2016
3. Kommunismus
[QUOTE=Artikel]Ein Rätsel ist, warum nach so langer Zeit wieder das Format des Parteikongresses gewählt wurde. Beobachter spekulierten, Kim Jong Un wolle den Parteiapparat als politisches Machtinstrument aufwerten.[/UQOTE] Vielleicht macht er nur Inventur und will mal nachschauen wer noch alles da ist und noch nicht im KZ sitzt.
hschmitter 07.05.2016
4.
Zitat von thomas.kabsLeider steht in diesem - nennen wir es der Fairness halber Artikel - aber auch nichts, was SPON nicht in den letzten Tagen schon geschrieben hätte. Braucht ihr denn wirklich jeden Klick?
Da passiert halt einfach nichts. Auch scheint die Tante von Kim dem Schweren, die Vorsitzende des Beerdigunskomitees ist (war?) und deren Mann auf Kims Wunsch hin das Land in Richtung Diktatorhölle verließ, keine Berichte mehr wert zu sein. Was schade ist, so muß ich doch wieder die Freizeitrevue abonieren.
hevopi 07.05.2016
5. Natürlich wird jeder mit Schrecken
die Entwicklung dieser seltsamen Antibevölkerungspolitik mit Kim Jong Un verfolgen, allerdings bin ich über viele politischen Auseinandersetzungen (siehe USA-Wahlen, Flüchtlingspolitik in Europa, Abkommen mit Erdogan, Entwicklung in der Ukraine, Syrien usw. usw.) mindestens genauso geschockt. Das Prolem ist nicht die Politik, sondern die "Fehlmutation" Mensch.
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