Aufschlag im Pazifik So weit flog Nordkoreas neueste Rakete

Sirenengeheul am frühen Morgen, um kurz nach 7 Uhr überflog erneut eine nordkoreanische Rakete Japan. Ihre Flugbahn zeigt: Sie hätte US-Gebiet treffen können.

In allen zwölf japanischen Provinzen und in 617 Gemeinden Japans begann der Morgen mit einem Schreck: Lautsprecher forderten dazu auf, geschlossene Räume aufzusuchen, Sirenen heulten. Der Anlass war ein weiterer Test einer Rakete aus Nordkorea.

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Das Geschoss wurde aus dem Umland der Hauptstadt Pjöngjang um 6.52 Uhr gestartet. Japans Regierungssprecher Yoshihide Suga sagte, es habe sich um kurz nach 7 Uhr morgens auf seiner ballistischen Flugkurve für zwei Minuten im japanischen Luftraum befunden. Danach sei es am Ende seines 3700 Kilometer langen Flugs vor der Südostküste der japanischen Insel Hokkaido in den Pazifik gestürzt.

Die militärische Führung Südkoreas gab an, die Rakete habe eine maximale Flughöhe von 770 Kilometern erreicht. In jedem Fall ist die US-amerikanische Pazifikinsel Guam, auf der die USA zwei Militärbasen betreiben, damit in Reichweite Nordkoreas. Perfektioniert Nordkorea die Technik, könnten seine Raketen auch das US-amerikanische Festland treffen.

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Bestätigt ist der konkrete Typ der Rakete bisher nicht. Experten gehen aber davon aus, dass es sich um eine Hwasong 12 - oder auch KN-12 - gehandelt haben dürfte (wie schon bei dem letzten Raketenflug über Japan im August). Ihre Reichweite soll bei rund 4500 Kilometern liegen.

Ein anderer, neuerer Raketentyp, die Hwasong 14, auch bekannt unter dem Kürzel KN-14 soll sogar über eine noch deutlich größere Reichweite verfügen. Die Rede ist hier, nach einem Test Anfang Juli 2017, von mehr als 6000 Kilometern.

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cht/dpa/AP