USA beschlagnahmen Frachter Nordkorea wirft USA Diebstahl vor

Die USA haben in der vergangenen Woche einen Frachter Nordkoreas beschlagnahmt, weil das Land gegen Uno-Sanktionen verstieß. Pjöngjang nennt das Diebstahl - und will das Schiff zurück.

Der nordkoreanische Frachter Wise Honest
Department of Justice/ AP

Der nordkoreanische Frachter Wise Honest


Nordkorea ist wütend auf die USA: Nachdem die Vereinigten Staaten das Frachtschiff "Wise Honest" beschlagnahmt haben, fordert Nordkorea es zurück. Das sei "Diebstahl".

Die USA hatten das Schiff nach eigenen Angaben beschlagnahmt, weil es Kohle transportierte. Das verstößt gegen die Sanktionen der Vereinten Nationen, die seit 2017 gelten. Kohleexporte, so glauben Experten, finanzieren Nordkoreas Waffenindustrie.

Am selben Tag meldete Südkorea einen erneuten Waffentest des Nordens: Zwei Kurzstreckenraketen waren abgefeuert worden. Kurz darauf ließ Machthaber Kim Jong Un einen Langstreckenangriff üben. Es war das erste Mal, dass Kim Waffen testen ließ seit November 2017.

Nordkorea wirft USA den Bruch einer Absprache vor

Die staatliche Nachrichtenagentur Nordkoreas KCNA zitierte einen Sprecher des Außenministeriums. Er warf den USA vor, eine Absprache zu brechen, die US-Präsident Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei ihrem Treffen im vergangenen Juni getroffen hätte.

Damals hatten die beiden Staatschefs sich in Singapur vage darauf geeinigt, auf ein atomwaffenfreies Nordkorea hinzuarbeiten und ihre gemeinsamen Beziehungen zu stärken. Ein weiteres Treffen war in diesem Februar in Vietnam erfolglos und ohne abschließende Erklärung zu Ende gegangen.

Später hatte Trump einen weiteren Gipfel für möglich erklärt. Kim nannte den USA daraufhin Bedingungen für ein drittes Gipfeltreffen mit Trump zur Lösung des Atomkonflikts. Die USA müssten einen fairen und für beide Seiten akzeptablen Vorschlag für ein Abkommen vorlegen - bis Ende des Jahres. Mit Außenminister Mike Pompeo will Kim außerdem nicht verhandeln.

Nordkorea will weiteres Vorgehen "genau beobachten"

Im Statement der KCNA hieß es weiter, die USA sollten vorsichtig sein und die politischen Konsequenzen bedenken, die ihr "Diebstahl" nach sich ziehen könnte. Nordkorea werde ihr weiteres Vorgehen "genau beobachten".

Zuletzt war das Schiff im April 2018 von Indonesien beschlagnahmt worden, ebenfalls mit Kohle an Bord. Am vergangenen Samstag wurde es nach Amerikanisch-Samoa gebracht, wo es inspiziert werden soll.

mfh/AP/Reuters

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