Nordkorea Für Atomtests hat das Regime Geld

Nordkorea gehört zu den ärmsten Ländern der Welt - ist aber Nuklearmacht. Das Regime hat bereits Atombomben unterirdisch zünden lassen, der Erfolg der Tests ist aber unklar. Offen ist auch, ob Pjöngjang vorhandene Uranvorkommen entsprechend anreichern kann.
Zerstörter Yongbyon-Kühlturm: 2008 wurden einige Atomprogramm-Zeichen beseitigt

Zerstörter Yongbyon-Kühlturm: 2008 wurden einige Atomprogramm-Zeichen beseitigt

Foto: AP

Es ist unklar, wie viele Atombomben beziehungsweise Sprengköpfe Nordkorea in seinem Arsenal hat. Fachleute gehen davon aus, dass es ausreichend Plutonium für die Produktion von fünf bis acht Sprengköpfen besitzt.

Seit den fünfziger Jahren arbeiten nordkoreanische Wissenschaftler an einem atomaren Forschungsprogramm. 1965 wurde mit sowjetischer Hilfe ein Forschungsreaktor in Yongbyon errichtet. Zwölf Jahre später ließen die Nordkoreaner erstmals Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA ins Land. 1985 schließlich trat Pjöngjang dem Atomwaffensperrvertrag bei, kündigte seine Mitgliedschaft aber 2003.

Bei den sogenannten Sechser-Gesprächen (mit China, USA, Südkorea, Japan und Russland) bemühen sich die Teilnehmer seit 2003, Nordkorea dazu zu bewegen, den Plutonium-Reaktor einzumotten und das Atombombenprogramm offenzulegen. Doch es kam zum Eklat, als nordkoreanische Unterhändler nach Angaben der USA zugaben, Uran anreichern zu wollen. Nordkoreas Regierung warf die internationalen Inspektoren aus dem Land und begann, ihre rund 8000 Plutoniumbrennstäbe aus Yongbyon für die Produktion von Bomben vorzubereiten. Am 9. Oktober 2006 schließlich wurde das abgeschottete Land zum Atomstaat: Es zündete unterirdisch seine erste kleine Atombombe (weniger als eine Kilotonne).

Ein zweiter, ebenfalls unterirdischer Test erfolgte am 25. Mai 2009. Er habe "befriedigend dazu beigetragen, die wissenschaftlichen und technologischen Probleme zu lösen, die bei der Vergrößerung von Atombomben und der stetigen Entwicklung von nuklearer Technologie entstehen", erklärte Pjöngjang.

Die beiden Bomben waren schwächer als die Hiroshima-Bombe. Experten schätzen die Stärke der zweiten Explosion auf rund vier Kilotonnen. Einige vermuten, dass der Test misslang.

Bislang sind die Nordkoreaner nach Einschätzung von Experten technisch nicht in der Lage, einen Sprengkopf auf Raketen zu montieren. Die Geschosse sind zudem nicht treffsicher.

Nordkorea besitzt reiche Uranvorkommen. Geheimdienstler sind sich allerdings uneinig, wie weit die Nordkoreaner mit der Urananreicherung gekommen sind.

Offenbar haben nordkoreanische Militärs bis zu 24 Spezialzentrifugen angeschafft und entsprechende Produktionsstätten in Pakistan besucht. Zudem kaufte Pjöngjang 150 Tonnen spezieller Aluminiumrohre von einem russischen Händler, die womöglich zur Bombenproduktion genutzt werden können. Andere Versuche, solche Rohre zu erwerben, scheiterten.

Fachleute gehen davon aus, dass es den Nordkoreanern technisch in naher Zukunft nicht gelingen dürfte, Uran anzureichern. Falls sich Iran allerdings entschließen sollte, ihnen zu helfen, könnte es sehr viel schneller soweit sein.

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