Geschosse ins Japanische Meer Trump reagiert auf Raketen-Botschaft aus Nordkorea

Nordkorea hat mehrere Geschosse ins Meer gefeuert - offenbar als Signal an die USA. Der US-Präsident reagierte mit einer Twitter-Botschaft: "Es wird einen Deal geben."

Nachrichtensendung auf einem Bahnhof in Seoul über Raketenstart Nordkoreas
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Nachrichtensendung auf einem Bahnhof in Seoul über Raketenstart Nordkoreas


Nachdem Nordkorea am Morgen Kurzstreckengeschosse ins Japanische Meer gefeuert hat, reagierte US-Präsident Donald Trump prompt. Er kündigte an, an einer Einigung mit Nordkorea über eine atomare Abrüstung zu arbeiten. "Es wird einen Deal geben", schrieb Trump am Samstag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

"In dieser interessanten Welt ist alles möglich", schrieb Trump. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un habe das große wirtschaftliche Potenzial Nordkoreas erkannt, und er werde nichts tun, um dieses zu stören oder gar zu beenden. "Er weiß auch, dass ich bei ihm bin, und er will nicht sein Versprechen an mich brechen", schrieb Trump weiter.

Nach Angaben des südkoreanischen Militärs hatte Nordkorea am Samstag mehrere "unidentifizierte Kurzstreckengeschosse" vor dessen Ostküste ins Meer gefeuert. Zunächst war noch von einem Raketenabschuss die Rede gewesen, aber die Angaben wurden später relativiert. Experten gehen nun davon aus, dass es sich eher um Mehrfachraketenwerfer (Stalinorgel) handelte und nicht um ballistische Raketen.

Die Regierung in Südkorea rief Nordkorea dazu auf, alle Schritte zu beenden, die zu einer militärischen Eskalation auf der Halbinsel führen könnten. Die Äußerungen aus dem Süden gehörten zu den schärfsten, seit sich beide Staaten Anfang vergangenen Jahres auf einen Versöhnungskurs begeben hatten. Nach dem hoffnungsvollen Gipfel zwischen Trump und Kim Jong Un in Singapur im Juni vergangenen Jahres, bei dem sich Nordkorea grundsätzlich zur Abrüstung seines atomaren Arsenals bekannt hatte, hatte es Rückschläge gegeben: Der zweite Gipfel in Vietnam im Februar dieses Jahres scheiterte. Die Spannungen verschärften sich seitdem wieder.

Analysten zufolge versucht Nordkorea deshalb, mit der Demonstration militärischer Aktivität Druck auf die USA auszuüben. "Es ist eine Botschaft, dass das Land zu seinem früheren Konfrontationskurs zurückkehren könnte, falls die festgefahrene Situation nicht aufgelöst wird", sagte Yang Uk vom Korea Defence and Security Forum.

Nach Erkenntnissen des südkoreanischen Militärs feuerte Nordkorea zwischen 09.06 Uhr und 09.27 Uhr Ortszeit die Geschosse von der Küstenstadt Wonsan aus in Richtung Nordosten ab. Sie hätten eine Strecke von 70 bis 200 Kilometern zurückgelegt. Gemeinsam mit US-Stellen würden nun Details des Vorfalls analysiert. Der Norden hatte zuletzt im November 2017 eine interkontinentale ballistische Rakete abgefeuert.

cpa/dpa/rtr



insgesamt 23 Beiträge
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demokroete 04.05.2019
1. Trumps Weg zum Deal
mit Kim kann nur über Peking führen. Ohne die Chinesen läuft nix in ihrem 'Vorgarten'. Und mit denen versucht er sich grad im Handelskrieg. Wird also schwierig. Aber wenn es gelingt, werden in NK blühende Landschaften entstehen.
roflxd 04.05.2019
2.
Trumps bisherige Strategie (Abwarten und Stroh Rum trinken) ist nachweislich nicht sonderlich erfolgreich. Traurig, dass der dicke Kim erst eine Raketenbotschaft schicken muss, damit das stabile Genie die Message versteht.
Atheist_Crusader 04.05.2019
3.
Nordkorea ist wirtschaftlich so weit abgehängt, dass es selbst mit massivsten Investitionen nur extrem langsam voran käme. Gleichzeitig würden diese Investitionen den Nordkoreanern einen Blick auf eine Welt eröffnen in der die Lügen ihres ach so tollen Systems und ihrer ach so tollen Führer eindeutig erkennbar würden. Sie würden mehr verlangen und gleichzeitig weniger bereit sein dem Staat alles zu geben. Das nordkoreanische Volk würde dabei gewinnen, die Kim-Dynastie kann dabei aber nur verlieren. Wenn die die Wahl haben zwischen einem armen Staat in dem sie sich als lebende Götter feiern lassen können und einem wohlhabenden Staat in dem keiner auf sie hört, dann wählen sie die erstere Option.
ddcoe 04.05.2019
4. Ich glaube eher nicht
Trump selbst kann nicht verhandeln - und seine Mitarbeiter, inzwischen nur noch die dritte Garnitur, können es auch nicht. Wie all seine Vorgänger wird er scheitern.
krustentier120 04.05.2019
5. Egozentriker
Tatsächlich ist da an der Küste eine James-Bond-mäßige Operation grandios gescheitert, was zum Abfeuern der Stalinorgel geführt hat. Nur Trump bezieht das in seinem maßlosen Narzissmus wieder auf sich selbst.
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