Jubiläum in Nordkorea Nordkorea läuft für seinen "Großen Führer"

Die Nervosität in Fernost wächst: Feuert das Regime in Pjöngjang zum Geburtstag des Staatsgründers Kim Il Sung Raketen ab? Jetzt meldet die staatliche Nachrichtenagentur: Nordkorea werde zu Ehren seines "Großen Führers" laufen - ein Marathonlauf sei geplant.

Der frühere Staatschef Kim Il Sung: Laufen für den "Großen Führer"
AP/ KCNA

Der frühere Staatschef Kim Il Sung: Laufen für den "Großen Führer"


Pjöngjang - Fast täglich treibt das Regime in Pjöngjang die Eskalationsstufe weiter hoch, Kriegsrhetorik ist mittlerweile an der Tagesordnung. Inmitten der sich zuspitzenden Provokationen gibt es nun friedliche Nachrichten aus Nordkorea. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete, dass das Land dem Geburtstag des Staatsgründers Kim Il Sung mit einem Marathonlauf huldigen wolle. Er wäre am 15. April 101 Jahre alt geworden.

Einen Tag vor dem Jubiläum würden auch 600 Nordkoreaner zu Ehren ihres "Großen Führers" laufen, meldete KCNA am Mittwoch. Aber auch Athleten aus anderen Ländern, darunter der Ukraine, Tschechien, Simbabwe, Kenia und Äthiopien, nähmen an dem Marathonlauf teil. Die Begeisterung der einheimischen Sportler und ihrer Trainer für den Lauf sei so groß wie nie zuvor, zitierte KCNA Ham Chang Hyol vom Sportministerium.

Ob Kim Il Sungs Enkel, der heutige Machthaber des verarmten Landes, Kim Jong Un, der sportlichen Veranstaltung beiwohnen wird, war zunächst nicht bekannt. Von ihm weiß man, dass er Basketball liebt. Erst kürzlich empfing Kim Jong Un den früheren Star der Chicago Bulls, Dennis Rodman, in Pjöngjang. Ob der junge Machthaber selbst der Leidenschaft für den Dauerlauf frönt, ist nicht bekannt.

Üblicherweise wird der Geburtstag des Staatsgründers mit einer gewaltigen Militärparade begangen. Experten rechnen damit, dass Pjöngjang Kurz- und Langstreckenraketen noch in dieser Woche im Vorfeld des Jubiläums starten lässt.

Die Nachrichtenagentur Yonhap zitierte einen nicht namentlich genannten ranghohen Armeeangehörigen Südkoreas am Mittwoch mit den Worten, es gebe klare Hinweise darauf, dass das Regime in Pjöngjang parallel Kurz- und Langstreckenraketen abfeuern könnte. Darunter seien auch Raketen des Typs "Musudan", die eine vermutete Reichweite von 3000 bis 3500 Kilometern haben. Es wäre eine weitere Eskalation seitens des Regimes in Pjöngjang.

Aus südkoreanischen Geheimdienstkreisen hieß es am Mittwoch, die nordkoreanischen Raketen seien "zum sofortigen Einsatz" bereit. In Washington erklärte ein Regierungsmitglied, man gehe davon aus, dass Nordkorea zwei Raketen an die Ostküste verlagert habe und für einen möglichen Abschuss von einer mobilen Startrampe vorbereite. Das nordkoreanische Regime hat den USA mit einem Atomkrieg gedroht.

Die weitreichenden Raketen könnten möglicherweise US-Stützpunkte im Pazifik erreichen. Allerdings ist weder klar, ob die Flugkörper atomar bestückbar und präzise genug sind, um eine US-Basis in großer Entfernung zu treffen. Die USA haben aber bereits Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe in die Region verlegt.

heb/Reuters

insgesamt 9 Beiträge
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andy_c 10.04.2013
1.
Zitat von sysopAP/ KCNADie Nervosität in Fernost wächst: Feuert das Regime in Pjöngjang zum Geburtstag des Staatsgründers Kim Il Sung Raketen ab? Jetzt meldet die staatliche Nachrichtenagentur: Nordkorea werde zu Ehren seines Großen Führers laufen - ein Marathonlauf sei geplant. http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkorea-huldigt-seinem-staatsgruender-mit-marathonlauf-a-893570.html
Dass der damit nix am Hut hat kann man doch sehen ...
karl-felix 10.04.2013
2. Eine
Zitat von andy_cDass der damit nix am Hut hat kann man doch sehen ...
vernünftige amerikanische und südkoreanische Regierung würde Ihre Marathonläufer ermuntern, an diesem Lauf teilzunehmen. Das wäre ein Wettkampf der Systeme. Über Raketen lässt sich dann leichter reden.
neanderspezi 10.04.2013
3. Man stelle sich einen solchen Marathon in Deutschland zu Ehren der Kanzlerin vor
Wenn die Koreaner des Nordens für ihre großartige Kim-Dynastie einen Marathonlauf aufführen wollen zu Ehren ihres Großen Führers, so mögen sie dies doch hoffentlich ohne Sturmgepäck und gar Richtung Süden veranstalten. Besser wäre dann doch ein Ultramarathon in leichtem Sportdress bis nach Seoul mit ihrem Kim Jong Un im Schlepptau, um dort bei herzlichem Empfang so etwas wie eine Vereinigung mit Umarmungen, Schulterklopfen und Händeschütteln in die Wege zu leiten und die USA, Japan, China und Russland könnten mal wieder durchatmendurchatmen und ein Raketenfeuerwerk zur großen Friedensfete veranstalten.
handbikefahrer 10.04.2013
4. Marathon
Das kann nur eine Finte sein. Wahrscheinlich findet der Marathon in Richtung südkoreanischer Grenze statt. Da dürften dann viele Soldaten und Resavisten dabei sein.
derigel3000 10.04.2013
5.
Jaaa klaar, die fette koreanische Sachertorte und Langstreckenlauf. Der brauch doch wahrscheinlich schon nach dem Toilettengang ein Sauerstoffzelt.. Spaß beiseite: Soviel ich weiß, nehmen Ausdauersportler doch viele Kohlenhydrate zu sich oder? (ich denke da an die Spaghetti-Orgien von denen man immer bei der Tour de France hört) Wäre es nicht besser, man verteil die 600 Riesenportionen (so es denn welche gibt) auf 6000 hungernde Koreaner, die dann auch noch davon satt werden??
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