Nordkorea Japan und USA wollen Druck auf Pjöngjang ausüben

Japan hofft nach den Provokationen Nordkoreas weiterhin auf eine friedliche Lösung. Ministerpräsident Abe sagte beim Treffen mit US-Vizepräsident Pence aber auch: Die "strategische Geduld" sei vorbei.

Mike Pence und Shinzo Abe
AFP

Mike Pence und Shinzo Abe


Die USA und Japan demonstrieren im Umgang mit Nordkorea Geschlossenheit. Es sei für Japan von "größter Wichtigkeit", die diplomatischen Bemühungen fortsetzen, um den Nordkorea-Konflikt friedlich beizulegen, sagte Japans Ministerpräsident Shinzo Abe bei einem Treffen mit dem amerikanischen Vizepräsidenten Mike Pence. Allerdings schränkte er ein: "Ein Dialog um des Dialogs willen" sei "wertlos". Darum müsse auch weiterhin Druck ausgeübt werden. Alle Optionen seien denkbar.

Pence sagte dem langjährigen Verbündeten Unterstützung zu: "Wir stehen 100 Prozent hinter ihnen." Die Allianz der USA mit Japan sei "ein Grundpfeiler für Frieden und Sicherheit in Nordostasien".

Der amerikanische Vizepräsident befindet sich auf einer zehntägigen Asienreise. Zuvor hatte er in Südkorea über die jüngsten Spannungen mit dem nördlichen Nachbarn gesprochen.

Trump droht mit Alleingang

Der Konflikt um das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm hatte sich zuletzt verschärft. Nordkorea hatte am Sonntag erneut eine Rakete getestet. Das Geschoss explodierte jedoch nach US-Darstellung nach dem Start.

US-Präsident Donald Trump droht mit einem Alleingang gegen Nordkorea. Vergangene Woche schickte die US-Armee einen Flugzeugträger und mehrere Kriegsschiffe zur Koreanischen Halbinsel. Trotz der Warnungen drohte Nordkorea mit weiteren Raketentests.

Nordkorea hat seit 2006 nach eigenen Angaben fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten.

Bei Pences Besuch in Japan soll es auch um dem Umbau der Handelsbeziehungen gehen.

mho/dpa/AFP



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GueMue 18.04.2017
1. Trump hat Recht
Es ist unhaltbar, dass wahnsinnige mit Atom drohen und Tokio und jn Seoul Millionen nach dem Leben trachten. Sollte es diplomatisch nicht zum Einlenken kommen, ist militärische Option richtig. Sie muss jedoch auf Anhieb sitzen. Allerdings sind Raketentests noch so, dass zumindest Tokio mit Atom nicht erreicht wird.
carahyba 18.04.2017
2. Ihre Option ...
Zitat von GueMueEs ist unhaltbar, dass wahnsinnige mit Atom drohen und Tokio und jn Seoul Millionen nach dem Leben trachten. Sollte es diplomatisch nicht zum Einlenken kommen, ist militärische Option richtig. Sie muss jedoch auf Anhieb sitzen. Allerdings sind Raketentests noch so, dass zumindest Tokio mit Atom nicht erreicht wird.
Ihre Option bedeutet die Verwüstung der gesamten koreanischen Halbinsel, das innerhalb von 65 Jahren dann das zweite Mal. Naja, Sie meinen Sie wären weit weg. Da China und Russland in diesem Fall eingreifen würden, auch wenn nur mit massiver materieller Unterstützung, wären Sie in Europa plötzlich auch ganz nahe dran, weil die ganze Geschichte mit massiven Drohgebärden auch gegenüber Europa ablaufen würde. Das hat der Koreakrieg 1949 ganz klar gezeigt. Die Berlinkrise war eine Folge der Kriegshandlungen in Korea. Lernen Sie etwas Geschichte des 20.gsten Jahrhunderts, es gibt da sehr gute Litereratur. Nicht alles verhält sich so, wie es unsere Qualitätsmedien darstellen. Hinweis: Friederich; Der Koreakrieg.
hps 18.04.2017
3. Ncht Nord sondern Süd
Die Überschrift in der Artikelübersicht ist misslungen.
carahyba 18.04.2017
4. Hintergründe ...
Die Situation hat eine ganze Reihe von komplexen Hintergründen, die in unseren Qualitätsmedien kaum analysiert werden, bzw. ganz aus der Berichterstattung herausfallen. Da sind drei Aspekte besonders hervorzuheben: -die Annäherung Südkoreas an China, das mehr gemeinsame Interessen mit China hat als mit den USA -die Mehrheit der Bevölkerung Südkoreas wünscht einen Ausgleich mit Nordkorea und ein friedliches Miteinander, die sind der ständigen Kriegsgefahr, die durch die Drohkulisse der USA aufgebaut wird, überdrüssig -die konservative regierende Partei, die als Erfüllungsgehilfe der USA-Interessen in Südkorea gilt, ist schwer angeschlagen. Die Ministerpräsidentin sitzt im Gefängnis Dagegen hilft nur eine massive Medienkampagne und das Aufbauen einer massiven Drohkulisse. Der Hinweis von Pence in diesem Zusammenhang auf den Abwurf der Superbombe in Afghanistan war eindeutig. Mich erinnert das an die Entwicklung nach der Rede Putins im Bundestag. Danach gab es eine massive Verschlächterung der Beziehungen und eine massive Medienkampagne, die bis heute anhält. Meines Erachtens wird hier nach dem gleichen Schema verfahren. Hat ja funktioniert.
spontanistin 18.04.2017
5. Analogie DDR!
Nur durch die Brandt/Scheel(Genscher) Ost-/Entspannungspolitik und den Dialog zur Annäherung an die Schutzmacht der DDR, die UdSSR, gelang es, die Beziehungen zwischen Ost- und West-Deutschland zu entkrampfen. Wenn Süd-Korea nun Ähnliches versucht, zeugt das doch von politischer Lernfähigkeit, auch wenn das Empire USA auch hier wieder sehr misstrauisch sein dürfte.
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