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03. Mai 2010, 08:01 Uhr

Nordkorea

Kim Jong Il angeblich nach China gereist

Es wäre die erste Reise in das große Nachbarland seit vier Jahren: Medienberichten zufolge sitzt Nordkoreas Diktator Kim Jong Il im Zug nach China. Bei dem Besuch könnte es auch um das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm gehen.

Seoul - Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il ist offenbar zu einem Staatsbesuch nach China aufgebrochen: Ein Mitarbeiter des Tourismusbüros an der Brücke der Freundschaft, die beide Länder miteinander verbindet, sagte, Kim habe am frühen Morgen den Grenzposten in Dandong passiert. Polizei und Armee hätten zuvor die Anweisung erteilt, vorübergehend keine Touristen abzufertigen. Auch Bahnmitarbeiter der an Nordkorea grenzenden chinesischen Provinz Liaoning bestätigten, dass ein Sonderzug aus dem Nachbarland eingetroffen sei. Das Außenministerium in Peking bestätigte einen Besuch Kim Jong Ils zunächst nicht.

Nach einem Bericht der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap soll der Zug mit Nordkoreas Machthaber weiter nach Dalian und Peking fahren.

Es wäre Kims erster Besuch in China, das als einziger Verbündeter Nordkoreas gilt, seit mehr als vier Jahren - und seine erste Auslandsreise seit seinem mutmaßlichen Schlaganfall im Sommer 2008.

Zuletzt gab es vermehrt Gerüchte über einen geplanten Besuch Kims. Anfang dieses Jahres wurde er vom chinesischen Staats- und Parteichef Hu Jintao eingeladen. Die Führung in Peking erwartet seit längerem eine positive Antwort Nordkoreas auf die Bemühungen um die Wiederaufnahme der Sechs-Länder-Gespräche über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms. Die im August 2003 aufgenommenen Gespräche über das umstrittene Atomprogramm Nordkoreas liegen seit April 2009 auf Eis.

China ist für das verarmte Nordkorea ein wichtiger Geldgeber und Hauptlieferant für Treibstoff und Lebensmittel.

anr/dpa/apn/AFP

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