Nordkorea Kim Jong Il krank - Pjöngjang verschiebt Parteikongress

Es soll das erste große Parteitreffen seit 30 Jahren sein - jetzt hat die nordkoreanische Regierung den Kongress verschoben. Diktator Kim Jong Il ist nach südkoreanischen Medienberichten zu krank, um an der Konferenz teilzunehmen.
Diktator Kim: Spekulationen über seinen Gesundheitszustand

Diktator Kim: Spekulationen über seinen Gesundheitszustand

Foto: KCNA/ REUTERS

Kim Jong Il

Seoul - Über den aus Krankheitsgründen verschobenen Parteikongress berichten südkoreanische Medien. Die gesundheitlichen Probleme des 68-jährigen seien jedoch nicht derart bedenklich, dass das Treffen der Arbeiterpartei komplett abgesagt werden müsse, berichtete der südkoreanische Nachrichtensender YTN unter Berufung auf Geheimdienstkreise. Die Delegiertenversammlung werde bald in Pjöngjang beginnen.

Der Sender berichtete weiter, der Gesundheitszustand des nordkoreanischen Machthabers habe sich nach einer fünftägigen China-Reise im vergangenen Monat verschlechtert.

Nordkorea hatte das Treffen für Anfang September angekündigt. Dabei soll die Führungsriege der Partei neu besetzt werden. Beobachter spekulieren, dass Kim auch seinen jüngsten Sohn, Kim Jong Un, für die Machtnachfolge offiziell in Stellung bringen könnte. Um die Gesundheit des Diktators kreisen seit Monaten Spekulationen. Kim erlitt nach Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes vor etwa zwei Jahren einen Gehirnschlag.

Über den genauen Beginn des Parteitreffens herrschte weiterhin Unklarheit. Die südkoreanische Zeitung "Chosun Ilbo" berichtete, die Mehrzahl der Delegierten sei in Pjöngjang eingetroffen. Die Sitzung stehe unmittelbar bevor. Der Projektleiter der Friedrich-Naumann- Stiftung für Korea, Walter Klitz, hatte dagegen am Sonntag in Seoul nach einem mehrtägigen Besuch in Pjöngjang seine Vermutung geäußert, dass das Treffen erst Anfang Oktober durchgeführt werde. Seines Wissens seien die Delegierten während seines Besuchs in der vergangenen Woche noch nicht in Pjöngjang gewesen, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Die Vorbereitungen für das Treffen seien so gut wie abgeschlossen und die Delegierten warteten auf Abruf.

anr/Reuters/AFP
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