US-Festland angeblich in Reichweite Kim Jong Un warnt vor "Vergeltungsschlag"

Bei dem jüngsten Test hat Nordkorea eigenen Angaben zufolge einen neuen Raketentyp eingesetzt. Dieser soll einen großen Atomsprengkopf tragen können. Machthaber Kim Jong Un drohte zudem den USA.


Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die USA offenbar vor der Reichweite der Waffen seines Landes gewarnt. Die Vereinigten Staaten sollten die Realität nicht verkennen, das US-Festland und das US-Einsatzgebiet im Pazifik seien in Reichweite für Angriffe Nordkoreas. Man habe alle Mittel für einen Vergeltungsschlag. Das berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die nordkoreanische Agentur KCNA.

Am Sonntag hatte Nordkorea erneut einen Raketentest durchgeführt. Dabei wurde laut KCNA eine "neu entwickelte ballistische Mittel-/Langstrecken-Rakete" vom Typ "Hwasong-12" getestet, Kim habe den Abschuss der Rakete persönlich überwacht. Der Test habe dazu gedient, die technischen Eigenschaften eines neuen Raketenmodells zu untersuchen, das "einen mächtigen und großen atomaren Sprengkopf tragen kann". Das Geschoss sei nach 787 Kilometern planmäßig im Meer gelandet, hieß es weiter.

Die Lage in der Region ist bereits nach zwei Atomversuchen und zahlreichen Raketentests Nordkoreas seit dem vergangenen Jahr sehr angespannt. US-Präsident Donald Trump drohte mehrfach mit Alleingängen im Atomstreit mit Nordkorea. Auch schloss er einen Militärschlag nicht aus. Die USA befürchten, dass Nordkorea eines Tages über Atomraketen verfügt, die auch das amerikanische Festland erreichen könnten.

Im Video: US-Regierung droht nach neuem Raketentest mit Konsequenzen

Zuletzt hatte Trump aber mehrfach angekündigt, auf eine diplomatische Lösung - und dabei vor allem auf Wirtschaftssanktionen - zu setzen. Besonders von China erhofft sich der US-Präsident Unterstützung. Der Raketentest gilt auch als Herausforderung für den neuen südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In, der seit dem 10. Mai im Amt ist. "Selbst wenn ein Dialog möglich ist, sollten wir zeigen, dass dies nur dann möglich ist, wenn Nordkorea seine Haltung ändert", sagte Moon laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap bei einer Dringlichkeitssitzung des nationalen Sicherheitsrats

Mit seinen Tests verstößt Nordkorea gegen Sanktionen des Uno-Sicherheitsrats. Für Dienstag wurde nach Angaben von Diplomaten auf Antrag der USA und Japans eine Dringlichkeitssitzung des höchsten Uno-Gremiums angesetzt.

max/dpa/AFP

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micromiller 15.05.2017
1. Es gibt nur eine einvernehmliche Lösung
Trump, Putin uns Li muessen Kim an den Verhandlungstisch zwingen und zu einer einvernehmlichen Lösung treiben, wenn das nicht klappt, eine einvernehmliche Lösung zur Abstellung Kim's herstellen.
hr.schnackermüller 15.05.2017
2. Vergeltungsschlag?
Wofür?
thomas0815-1 15.05.2017
3. Selbst SPON kommt an der Realität
nicht vorbei: "Man habe alle Mittel für einen Vergeltungsschlag." . Komisch, irgendwie kann ich mich nicht erinnern, dass NK jemanden mit einem Erstangriff gedroht/ bedroht hat!? Ich höre/ lese immer nur " die USA (etc.) drohen NK mit ein "Präventiv - Schlag" (mal freundlich ausgedrückt). Achja, wieviele Waffen - Tests haben eigentlich die USA und ihre Verbündeten in diesem Jahr gemacht? Davon liest man garnix. Machen die etwa keine (mehr). Aber warum denn nicht? Sie haben es sich doch selber (via UN) erlaubt.
123Valentino 15.05.2017
4. Da....
Treffen zwei durchgeknallte aufeinander, von kim jong un weis man wenig, deshalb ist die Aussage, ihn betreffend spekulativ. Wer aber das Gespräch , Trumps mit dem economist, gelesen hat , weis was die Stunde geschlagen hat, you know.
Beat Adler 15.05.2017
5. Um sich an einen Verhandlungstisch zu setzen, muessen VORHER die Themen auf dem Tisch sein.
Zitat von micromillerTrump, Putin uns Li muessen Kim an den Verhandlungstisch zwingen und zu einer einvernehmlichen Lösung treiben, wenn das nicht klappt, eine einvernehmliche Lösung zur Abstellung Kim's herstellen.
Um sich an einen Verhandlungstisch zu setzen, muessen VORHER die Themen, welche diskutiert werden sollen auf dem Tisch sein. Im Falle von Nordkorea gibt es mehrere UNO Sicherheitsratsresolutionen, Verbot der Tests von Raketen und Atomsprengkoepfen, welche einen Verhandlungsrahmen abstecken. Da Kim der Aufgedunsne aber saemtliche Resolutionen missachtet, damit auch alle Bemuehungen Chinas und Russlands in die Tonne tritt, ist ein "Setzen an den Verhandlungstisch" schlicht unmoeglich. Kim wird solange weiter alle UNO Sicherheitsratsresolutionen missachten, bis jemand von Aussen eingreift. Das wird China sein, nicht die USA. mfG Beat
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