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08. März 2013, 19:09 Uhr

Nordkoreas Kriegsrhetorik

Kim gegen den Rest der Welt

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Die Provokationen aus Pjöngjang werden immer schriller. Das nordkoreanische Regime spricht von einem "umfassenden Krieg", droht mit einem Atomschlag gegen die USA. Selbst der letzte Verbündete China geht auf Distanz. Warum setzt Staatschef Kim Jong Un auf Eskalation? Er hat drei Gründe.

Pjöngjang - "Gnadenlos" werde Nordkorea die Amerikaner ins Meer spülen, ihre Einheiten in Südkorea "elendig zerstören", Seoul in ein "nukleares Flammenmeer" verwandeln: Immer wieder haben Nordkoreas Machthaber gedroht, ihre "heldenhafte Armee" werde den Feind auslöschen - angetrieben von einer überlegenen Ideologie und der Liebe zum Führer Kim.

Nun ist eine neue Drohung hinzugekommen: Pjöngjang werde das "Hauptquartier der Aggressoren", gemeint sind die USA, mit einem "nuklearen Präventivschlag" vernichten. Gleichzeitig schürt Nordkoreas Propaganda unter den eigenen Bürgern die Angst: Ein Angriff der Amerikaner stehe unmittelbar bevor, man müsse sich auf das Schlimmste gefasst machen.

Nach dem dritten nordkoreanischen Atomtest und den neuen Sanktionen der Uno setzt das Regime auf schrille Provokation. Ostasien kommt nicht zur Ruhe - im Gegenteil: Diktator Kim Jong Un drohte gar, das Waffenstillstandsabkommen aufzukündigen, das im Jahr 1953 den heißen Krieg auf der koreanischen Halbinsel in einen kalten Krieg verwandelte. Zudem kündigte Pjöngjang ein Übereinkommen mit den südkoreanischen Nachbarn, sich nicht anzugreifen, und kappte den "heißen Draht" mit Seoul, über den Zwischenfälle am 38. Breitengrad schnell entschärft werden sollten.

Die Spannungen dürften nach Ansicht von Experten in den kommenden Wochen zunehmen: Nach Informationen des südkoreanischen Verteidigungsministeriums werden die Nordkoreaner schon bald ein großes Militärmanöver starten. Möglich ist zudem ein weiterer Test einer Interkontinentalrakete.

Nordkoreas junger Führer Kim Jong Un besuchte in den vergangenen Tagen mehrere Militäreinheiten. Experten in Seoul schließen nicht aus, dass die Nordkoreaner den Süden erneut provozieren könnten - so wie sie es im November 2010 taten, als sie die Grenzinsel Yeonpyeong mit Granaten beschossen.

Das Säbelrasseln Kims und seiner Militärs hat drei Gründe:

Uno-Sanktionen schrecken Nordkorea nicht

Dabei wissen die Nordkoreaner: Ihr Schicksal hängt vor allem vom Nachbarn China ab, dem einzigen noch verbliebenen Verbündeten in der Region. Chinesische Wissenschaftler und Journalisten debattieren derzeit heftig, ob Peking überhaupt noch weiter zu den nordkoreanischen Verbündeten halten sollte. Peking müsste nur den Ölhahn zudrehen und keine Lebensmittel mehr liefern - schon wären Kim und Konsorten am Ende.

Nordkorea fallen zu lassen, dafür plädiert etwa der Journalist Deng Yuwen von der Pekinger Parteihochschule. Seiner Ansicht nach ist der dritte Atomtest eine gute Gelegenheit, die Allianz mit der Kim-Dynastie zu überdenken. Chinas strategische Sicherheit mit dem Schicksal Nordkoreas zu verknüpfen, hält Deng für "überholt".

Das chinesische Militär und die internationale Abteilung des Zentralkomitees allerdings wollen die engen Bande zu Nordkorea behalten. Xi plane, so heißt es in Peking, nach dem Ende des Volkskongresses das Problem Nordkorea mit Diplomaten und Experten zu überdenken.

Wie auch immer das Ergebnis der Diskussionen ausfallen wird und welche Kräfte sich in der chinesischen Nordkorea-Politik durchsetzen werden, fest steht, so Fachmann Shi: "Die Beziehungen sind derzeit im Eimer." Den jüngsten Strafmaßnahmen der Uno hat Peking jedenfalls zugestimmt - wohl wissend, dass sie weit interpretierbar sind und den Nordkoreanern nicht besonders wehtun.

So hat die Uno zwar den Verkauf von Juwelen, Yachten, Luxusautos und Rennwagen nach Nordkorea verboten, den von Pelzen und Schnaps aber nicht. Kim und seine Marschälle dürfen weiterhin mit französischem Cognac anstoßen.

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