Nordkorea gegen USA Kim droht mit "größeren Geschenkpaketen"

Im Streit zwischen Nordkorea und den USA verschärft das Regime in Pjöngjang noch einmal den Ton. Nach einem erneuten Raketentest drohte Machthaber Kim Jong Un mit Vergeltungsaktionen für Provokationen aus Washington.

AFP PHOTO/KCNA VIA KNS

Nordkorea hat bei seiner Raketenentwicklung nach eigenen Angaben weitere Fortschritte erzielt. Machthaber Kim Jong Un habe den erfolgreichen Test einer "neuartigen präzisionsgelenkten ballistischen Rakete" angeleitet, berichteten die Staatsmedien am Dienstag. Wann der Start erfolgte, wurde nicht gesagt. Doch einen Tag zuvor hatte Nordkorea, das wegen seines Atom- und Raketenprogramms international isoliert ist, nach Angaben Südkoreas eine Kurzstreckenrakete getestet.

Nach einem Flug von etwa 450 Kilometern war die Rakete ins Japanische Meer (Ostmeer) gestürzt. Japan und Südkorea warfen dem Nachbarland erneute Provokation vor. Zuletzt hat US-Präsident Donald Trump Nordkorea beim G7-Gipfel in Italien als "Weltproblem" bezeichnet, das gelöst werde - "darauf können Sie wetten".

Mehrere Uno-Resolutionen verbieten der kommunistischen Führung in Pjöngjang den Test ballistischer Raketen. Das sind in der Regel militärische Boden-Boden-Raketen. Sie können je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder sogar atomare Sprengköpfe ins Ziel befördern.

Südkorea und USA üben mit Langstreckenbomber

Das Regime in Pjöngjang verschärfte derweil den Ton gegenüber Washington: Der Raketentest am Montag sei von Kim persönlich überwacht worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Der Machthaber habe die Entwicklung noch stärkerer strategischer Waffen angeordnet. Der große Erfolg der nordkoreanischen Anstrengungen bei der Raketenentwicklung bereite den "Yankees" große Sorgen und entmutige "die Gangster ihrer südkoreanischen Marionettenarmee", zitierte die Agentur den Staatschef. Man werde den USA künftig noch "größere Geschenkpakete" als Vergeltung für ihre militärischen Provokationen zustellen.

Südkorea bestätigte am Dienstag eine gemeinsame Übung mit den USA mit einem US-Langstreckenbomber des Typs B-1B. Nordkoreanische Medien hatten zuvor berichtet, die USA übten den Abwurf von Atomwaffen auf das kommunistische Land. Der Überschallbomber kann eine noch deutlich höhere Bombenlast transportieren als die B-52-Langstreckenbomber. Sie wurden nach US-Angaben für konventionelle Angriffe umgerüstet und können keine Atomwaffen abwerfen.

als/dpa/Reuters



insgesamt 39 Beiträge
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smokiebrandy 30.05.2017
1. Die B1 Bomber wurden umgerüstet...?
... so so, vermutlich wurden andere Scheibenwischer montiert. Wer soll diesen Blödsinn glauben?
frank57 30.05.2017
2. Die Definition
"kommunistisch" ist im Zusammenhang mit Nordkorea absolut unangebracht! Es ist eine Diktatur eines Familienclans, ähnlich einer Monarchie oder einer auch uns bekannten Oligarchie! Dies sollte man bein Journalistikstudium gelernt haben! Wenn nicht, dann einfach mal Karl Marx lesen!
KingTut 30.05.2017
3. Schlüsselrolle China
Dass die Nachbarn von Nord-Korea nicht tatenlos zusehen können, wie das Kim-Regime seine atomare Aufrüstung vorantreibt nebst üblen Drohungen gegen die USA, Japan und Süd-Korea, ist aus meiner Sicht absolut verständlich. Diese Entwicklung sollte aber auch China beunruhigen, das von einer militärischen Auseinandersetzung unmittelbar betroffen wäre. Ich halte die Kommunisten in Peking nicht für so dumm, dass Ihnen diese Zusammenhänge nicht bewusst wären. Sie müssen Kim endlich fallen lassen, auch um der Zukunft des geknechteten nord-koreanischen Volkes Willen.
kuac 30.05.2017
4. Deal
Nordkorea ist nicht gegen die USA. Kim will nur einen guten Deal, sowie Trump auch immer will.
phillyst 30.05.2017
5. Ich bin ja...
... bei dem Thema so langsam etwas verdrossen. Nordkorea sollte aufgrund seiner Anstrengungen längst isoliert sein, verdient aber über ihre Botschaften im Ausland genug Geld wie es scheint, um die Forschung und Entwicklung hier weiter zu betreiben. Warum gibt es diese Möglichkeit noch? Warum gibt es diese Botschaften noch? Wie kommt KYU hier weiter an genug Geld? Warum klappt die isolation nicht? Das Thema wäre ziemlich schnell zu beenden. Botschaften schliessen, alle Diplomaten nach Hause schicken, Sanktionen durchsetzen und das Land restlos isolieren - sogar der "Partner" China wendet sich inzwischen von dem Größenwahn der Koreaner ab. In jedem Fall verstehe ich diese Wartehaltung nicht. Das Problem hätte gelöst werden müssen, bevor Nordkorea die Möglichkeit hat, andere Länder anzugreifen. Die seltsame "warten-und-drohen"-Taktik geht doch irgendwie nicht auf.
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