Raketentest in Nordkorea Kim lässt offenbar Langstreckenangriff üben

Kim Jong Un persönlich soll den Befehl zum Start gegeben haben: Nordkorea hat eigenen Angaben zufolge mit verschiedenen Trägern einen Langstreckenangriff trainieren lassen. US-Präsident Trump äußerte sich umgehend.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un
REUTERS

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un


Welche Waffen angeblich abgeschossen wurden, ist unklar, Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA vermied in ihrer Meldung Begriffe wie Rakete, Geschoss oder Projektil. Machthaber Kim Jong Un selbst habe das Kommando zum Start einer Übung mit verschiedenen Trägern für "Langstreckenangriffe" gegeben.

Der Test sei "erfolgreich" gewesen und habe darauf abgezielt, die Fähigkeiten der nordkoreanischen Verteidigungseinheiten zur schnellen Reaktion zu prüfen. Die Einheiten hätten ihre "Macht" bei dem Test unter Beweis gestellt.

Zweiter Raketentest Nordkoreas innerhalb einer Woche

Die Entwicklungen könnten zu neuen Spannungen zwischen Nordkorea und den USA führen. Präsident Donald Trump reagierte umgehend auf den zweiten Raketentest Nordkoreas binnen einer Woche. Die Chancen für eine rasche Fortsetzung der bilateralen Atomgespräche würden dadurch schwinden.

Er wisse, dass die Nordkoreaner verhandeln wollten, sagte Trump in Washington in Anspielung auf die festgefahrenen Gespräche über das Atomwaffenprogramm des Landes. "Doch denke ich nicht, dass sie bereit sind zu verhandeln", ergänzte Trump als Reaktion auf die Tests. Niemand sei glücklich darüber, aber die Beziehungen blieben.

Südkorea hatte bereits am Donnerstag gemeldet, dass Nordkorea zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert habe. Die Raketen seien vom nordkoreanischen Stützpunkt Kusong in der westlichen Provinz Pyongan in Richtung Osten abgeschossen worden. Die USA hatten am selben Tag bekannt gegeben, dass sie ein nordkoreanisches Schiff beschlagnahmt haben, weil damit gegen Sanktionen verstoßen worden sei.

Die nordkoreanischen Waffentests werden in Seoul auch als Versuch der kommunistischen Führung in Pjöngjang gesehen, den Druck auf die USA zu erhöhen. Seit dem Scheitern des zweiten Gipfeltreffens zwischen Trump und Kim im Februar in Vietnam ist die Verunsicherung in der Region gewachsen.

als/dpa/AFP



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