Korea-Konflikt Kim versetzt Grenztruppen in Gefechtsbereitschaft

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un verlangt, dass Südkorea seine Lautsprecheranlagen entlang der gemeinsamen Grenze wieder abbaut. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, hat er seine Truppen in Gefechtsbereitschaft versetzt.
Diktator Kim in Pjöngjang: "Die Einheiten an der Front sollen in einen Kriegszustand eintreten"

Diktator Kim in Pjöngjang: "Die Einheiten an der Front sollen in einen Kriegszustand eintreten"

Foto: AFP PHOTO/KCNA VIA KNS

Südkorea hat vor Kurzem eine Lautsprecheranlage an der Grenze zu Nordkorea errichtet, über die Soldaten des Kim-Regimes mit Propaganda beschallt werden. Diktator Kim Jong Un fühlt sich davon provoziert, am Donnerstag schoss sein Militär eine Rakete auf Südkorea ab. Seouls Truppen feuerten im Gegenzug dutzende Artilleriegeschosse in Richtung Norden.

Am Freitag berief der Machthaber eine Sondersitzung der Zentralen Militärkommission in Pjöngjang ein. Anschließend versetzte Kim Nordkoreas Grenztruppen in Gefechtsbereitschaft. "Die Einheiten an der Front sollen in einen Kriegszustand eintreten, um vollauf gefechtsbereit für Überraschungseinsätze zu sein", berichtete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Die Volksarmee solle "die psychologische Kriegsführung des Feindes" zerstören, falls Südkorea seine Propagandasendungen nicht binnen 48 Stunden einstelle.

Anfang August hatte eine Landminenexplosion die Spannungen zwischen den koreanischen Staaten verschärft. Südkorea machte den Norden für den Vorfall verantwortlich, bei dem an der gemeinsamen Grenze zwei patrouillierende südkoreanische Soldaten schwer verletzt worden waren.

Südkorea startete daraufhin eine Propagandaaktion gegen Nordkorea mit sehr lauten Lautsprechern. Pjöngjang, das eine Verantwortung für die Landminenexplosion zurückweist, drohte daraufhin mit Angriffen auf das südkoreanische Grenzgebiet, sollte die Kampagne nicht beendet werden. Das südkoreanische Verteidigungsministerium wies die Forderung zurück.

Formal befinden sich Süd- und Nordkorea immer noch im Kriegszustand, weil nach dem Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 kein Friedensvertrag geschlossen wurde.

syd/AFP/dpa
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