Parteitag Kim sagt, Nordkorea werde Atomwaffen nicht zum Erstschlag einsetzen

Nordkorea will Atomwaffen nur zur Selbstverteidigung einsetzen. Das erklärte Machthaber Kim Jong Un auf dem Parteitag der Arbeiterpartei.
Kim Jong Un auf Parteitag

Kim Jong Un auf Parteitag

Foto: KCNA/ AFP

Nordkorea wird nach den Worten von Staatschef Kim Jong Un Atomwaffen nur dann einsetzen, falls seine Souveränität von anderen Atomstaaten bedroht wird. Sein Land werde die Verpflichtung zur Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen erfüllen, sagte Kim beim Kongress der regierenden Arbeiterpartei, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag meldete.

Der Machthaber bezeichnete Nordkorea demnach als "verantwortungsvollen Atomwaffenstaat". Das Land werde diese Waffen zur Gegenwehr einsetzen, wenn "aggressive feindliche Kräfte mit Atomwaffen" seine Souveränität bedrohten. Kim kündigte zudem an, dass sich Nordkorea für eine weltweite Abschaffung von Atomwaffen einsetzen werde.

Nordkorea hatte in den vergangenen Jahren mehrere Atomwaffentests ausgeführt. Der Uno-Sicherheitsrat hat deshalb scharfe Sanktionen verhängt.

Bei seinem ersten Atomtest 2006 hatte Nordkorea erklärte, Atomwaffen niemals für einen Erstschlag einzusetzen. Danach hatte die Führung in Pjöngjang aber wiederholt mit atomaren Erstschlägen gegen die USA oder Südkorea gedroht. Momentan sind in der Hauptstadt Tausende Delegierte zum ersten Parteitag der nordkoreanischen Kommunisten seit 1980 versammelt.

Kim sprach sich auch für einen Dialog mit Südkorea aus. Es gebe die Notwendigkeit, die Beziehungen "grundlegend zu verbessern", sagte er. Südkoreas Regierung sieht derzeit den Weg für eine Verbesserung der Beziehungen wegen des Atomprogramms versperrt. Seoul geht davon aus, dass Nordkorea technisch in der Lage ist, jederzeit einen neuen Atomtest zu unternehmen.

cvo/Reuters/AFP