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Nordkoreas Diktator: Kim-Express nach Russland

Foto: AP/ Kyodo News

Nordkorea Kims Panzerzug rollt nach Russland

Seine Reisen finden normalerweise unter größter Geheimhaltung statt, diesmal ist das anders: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il ist mit seinem Panzerzug in Russland eingetroffen - und soll dort Präsident Medwedew treffen.

Moskau - Die Not ist groß in Nordkorea, das Land leidet unter gewaltigen Überschwemmungen, die Bevölkerung unter Hunger. Am Freitag sagte Russland dem stalinistischen Regime Hilfe zu: 50.000 Tonnen Weizen sollen geliefert werden. Nur wenig später, am Samstag, traf Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il zum Staatsbesuch in Russland ein.

Der gepanzerte Sonderzug des Militärführers habe im Fernen Osten des Landes bei Chassan die Grenze überquert, berichtete der russische Fernsehsender NTW. Bilder zeigten den Zug später in der Nähe von Wladiwostok, an Bahnübergängen sperrten Militärlastwagen die Straße ab, um den Despoten zu schützen.

Der Kreml bestätigte den Besuch Kims. Es ist das erste Mal seit fast zehn Jahren, dass Kim das Riesenreich besucht. Er werde in der burjatischen Hauptstadt Ulan Ude im Osten Sibiriens mit Präsident Medwedew zusammenkommen. Auch ein Treffen mit Regierungschef Wladimir Putin sei wahrscheinlich, meldet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap, die sich auf Regierungskreise in Seoul berief. Kim werde etwa eine Woche in Russland bleiben.

Traditionell pflegt Nordkorea engere Beziehungen zum ebenfalls kommunistischen China als zu Russland. Nach China war Kim in den vergangenen 15 Monaten dreimal gereist.

Medwedew hatte sich erst vor wenigen Tagen für eine verstärkte Zusammenarbeit mit Nordkorea auf dem Energiesektor ausgesprochen. Russland und Südkorea verhandeln mit dem kommunistischen Land über einen Korridor für eine Gaspipeline. Experten schätzen, dass Nordkorea mit solchen Projekten viele Millionen Euro pro Jahr einnehmen könnte.

Bei den Gesprächen in Russland dürfte es zudem um das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm gehen. Die Sechsergespräche mit den USA, Südkorea, Russland, Japan und China über das Programm hatte das Land im April 2009 offiziell abgebrochen. Anfang August kündigte das nordkoreanische Außenministerium jedoch deren Fortsetzung "in naher Zukunft" an. Demnach sollen die Verhandlungen "ohne Vorbedingungen" geführt werden.

Jul/Reuters/dpa/AFP