Nordkorea-Konflikt Japan verschärft den Strafkatalog gegen Pjöngjang

Neue Sanktionen gegen Nordkorea: Japans Regierung will das Vermögen von Banken und Privatpersonen einfrieren lassen. US-Präsident Trump erreichte auf seiner Asienreise derweil den nächsten Stopp: Südkorea.
Shinzo Abe

Shinzo Abe

Foto: TORU HANAI/ REUTERS

Die japanische Regierung will neue Strafmaßnahmen gegen das nordkoreanische Regime verhängen: Das Vermögen von neun Organisationen und 26 Privatpersonen soll eingefroren werden. Das teilte Chefkabinettsekretär Yoshihide Suga am Dienstag mit.

"Das nordkoreanische Raketen- und Atomprogramm ist weiterhin ein drängendes Problem", sagte Suga. Die diversen Warnungen der internationalen Gemeinschaft seien von Pjöngjang ignoriert worden, sagte das Regierungsmitglied von Japans Premierminister Shinzo Abe.

Nordkorea hatte in den vergangenen Monaten immer wieder Raketentests unternommen. Der Uno-Sicherheitsrat hatte daraufhin Sanktionen verhängt.

Betroffen sind demnach nordkoreanische Banken, von denen einige ihren Sitz in China haben. Die Personen, die mit Sanktionen belegt werden, sollen sich in verschiedenen Ländern aufhalten, etwa China, Russland und Libyen.

Gemeinsames Zeichen von Japan und den USA

Die Strafmaßnahmen sind laut Suga auch als gemeinsames Zeichen von Japan und den USA an Nordkorea gedacht. US-Präsident Donald Trump befindet sich derzeit auf einer achttägigen Asienreise. Am Dienstag reiste er von Japan nach Südkorea weiter.

Nach seiner Ankunft am Dienstagmittag (Ortszeit) besuchte er dort zunächst einen US-Militärstützpunkt südlich von Seoul. Dort sei er von Präsident Moon Jae In begrüßt worden, teilte das Präsidialamt in Seoul mit.

Vor dem Hintergrund der Krise um das Atomprogramm Nordkoreas gilt der zweitägige Staatsbesuch von Trump in Südkorea als besonders heikle Station seiner Asienreise. Der US-Präsident hatte mehrfach mit Alleingängen gegen Nordkorea gedroht, das unter anderem an der Entwicklung von Interkontinentalraketen arbeitet, die einen Atomsprengkopf bis auf das amerikanische Festland befördern können. Moon will einen neuen Krieg auf der koreanischen Halbinsel um jeden Preis vermeiden.

Rätselhafter Trump-Tweet

Bei den geplanten Gesprächen zwischen beiden in Seoul werden die Allianz der beiden Länder sowie das weitere Vorgehen im Nordkorea-Konflikt im Mittelpunkt stehen.

Am Morgen hatte Trump noch aus Tokio Moon auf Twitter als "feinen Gentleman" bezeichnet. "Wir werden es alles herausfinden!", fügte er hinzu. Was genau er damit meinte, blieb zunächst offen.

Wie die US-Navy mitteilte, beendeten die USA am Montag auch ihre gemeinsame Militärübung mit Japan und Indien im japanischen Meer. Sie war ebenfalls eine Reaktion auf Pjöngjangs Raketentests in der vergangenen Zeit.

Die Übung hatte drei Tage gedauert. Beteiligt waren demnach der US-amerikanische Flugzeugträger "USS Ronald Reagan" sowie weitere Kriegsschiffe aus Japan und Indien.

mho/AP/dpa/Reuters
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