Nordkorea-Konflikt Südkorea startet drittes Seemanöver innerhalb kurzer Zeit

Erneutes Säbelrasseln im Gelben Meer: Nahe der koreanischen Seegrenze hat Südkorea die nach eigenen Angaben bislang größte Übung zur Abwehr von U-Booten begonnen. Nordkorea reagierte mit scharfen Drohungen.

Südkoreas Militär: Anti-U-Boot-Übung im Gelben Meer
AP

Südkoreas Militär: Anti-U-Boot-Übung im Gelben Meer


Seoul - Südkorea hat am Donnerstag trotz Drohungen des Nachbarstaates erneut ein Militärmanöver begonnen. Wie ein Sprecher des Generalstabs in Seoul sagte, kommen dabei etwa 4500 Soldaten, 29 Schiffe und U-Boote sowie 50 Flugzeuge zum Einsatz. Zum Manöver gehören auch Artillerie-Schießübungen und der Einsatz von Hubschraubern. Es stellt nach südkoreanischen Angaben das größte seiner Art in der Geschichte des Landes dar.

Bei dem Einsatz üben die südkoreanischen Truppen das Aufspüren und Abfangen feindlicher Unterseeboote. Soldaten auf kleinen Inseln nahe der koreanischen Seegrenze feuerten dabei scharfe Munition ab. Die Schüsse wurden den Angaben zufolge jedoch nicht in Richtung der Grenze abgefeuert.

Das Seemanöver ist bereits das dritte innerhalb von zehn Wochen. Ende Juli hatten die USA und Südkorea eine gemeinsame Übung absolviert. Dabei kamen etwa 8000 Soldaten beider Länder zum Einsatz. Beide Staaten hatten das "Unbezwingbarer Geist" betitelte Manöver als Warnung an Pjöngjang bezeichnet.

Wie schon zuletzt reagierte Nordkorea, das die von der UN festgelegte Seegrenze zu Südkorea nicht anerkennt, mit scharfen Worten auf den Einsatz. Es bezeichnete die Übung als Provokation. Sollte Südkorea es wagen "einen Brand zu legen", werde dies "gnadenlos" vergolten, ließ die Führung in Pjöngjang verlauten. Nach Angaben des Vereinigten Generalstabs von Südkorea gab es am Donnerstag zunächst keine ungewöhnlichen militärischen Aktivitäten in Nordkorea.

Beim gemeinsamen Manöver der USA und Südkoreas vergangenen Monat hatte Nordkorea mit einem "heiligen Vergeltungsschlag eigenen Stils" gedroht, der auf "nuklearer Abschreckung beruhe". Die Übung verlief aber ohne Zwischenfälle.

Die Seemanöver im Gelben Meer sind eine Reaktion auf den Untergang des südkoreanischen Kriegsschiffs "Cheonan" im März. Dabei wurden 46 Seeleute getötet. Laut einer internationalen Untersuchung verursachte ein nordkoreanischer Torpedo den Untergang. Nordkorea weist dies jedoch zurück.

adg/dpa/apn/AFP



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aat 23.10.2009
1.
Zitat von sysopScharfe Worte: Bei ihrem Antrittsbesuch in Südkorea hat US-Außenministerin Clinton die "Tyrannei und Armut" im Norden des geteilten Landes gegeißelt. Sie forderte das Regime auf, seine Provokationen zu beenden. Ist eine politische Verständigung mit Nordkorea noch möglich?
War eine sinnvolle Verständigung mit Nordkorea jemals möglich ?
maan, 23.10.2009
2. Nordkorea gegen den Rest der Welt?
Zitat von sysopScharfe Worte: Bei ihrem Antrittsbesuch in Südkorea hat US-Außenministerin Clinton die "Tyrannei und Armut" im Norden des geteilten Landes gegeißelt. Sie forderte das Regime auf, seine Provokationen zu beenden. Ist eine politische Verständigung mit Nordkorea noch möglich?
Erst dann, wenn sich China und Russland durch den Hasardeur selbst bedroht fühlen. Wichtig wäre es, China und Russland wegen der Unterstützung Nordkoreas in der Weltgemeinschaft zu ächten. Ohne Unterstützung hätte der Spuk schnell ein Ende.
Ghost12 23.10.2009
3. Tolle Ausgangsfrage
Zitat von sysopScharfe Worte: Bei ihrem Antrittsbesuch in Südkorea hat US-Außenministerin Clinton die "Tyrannei und Armut" im Norden des geteilten Landes gegeißelt. Sie forderte das Regime auf, seine Provokationen zu beenden. Ist eine politische Verständigung mit Nordkorea noch möglich?
Nein. Die provozieren schon wieder mit ihrer Passivität. Direkt Bomben abwerfen. Für Frieden und Demokratie.
tao chatai 23.10.2009
4.
Zitat von aatWar eine sinnvolle Verständigung mit Nordkorea jemals möglich ?
Na klar,vor dem ersten Ueberfall durch die USA,etwa 1864(ohne zu googeln)
Andreas Henn, 23.10.2009
5.
Zitat von sysopScharfe Worte: Bei ihrem Antrittsbesuch in Südkorea hat US-Außenministerin Clinton die "Tyrannei und Armut" im Norden des geteilten Landes gegeißelt. Sie forderte das Regime auf, seine Provokationen zu beenden. Ist eine politische Verständigung mit Nordkorea noch möglich?
Mit Nodkorea schon, warum auch nicht? Mit dem aktuellen Regime, nein, wie denn auch?
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