Sorge vor Kriegsgefahr Australien prüft Evakuierungspläne für Bürger in Südkorea

Die Regierung in Canberra erwägt, ihre Bürger von der koreanischen Halbinsel in Sicherheit zu bringen. Laut Premierminister Turnbull ist die Gefahr eines Krieges so hoch wie seit 64 Jahren nicht.
Malcolm Turnbull

Malcolm Turnbull

Foto: Sam Mooy/ dpa

Angesichts der immer heftigeren Drohungen Nordkoreas erwägt die australische Regierung, ihre Bürger von der koreanischen Halbinsel in Sicherheit zu bringen. Alle Australier in Südkorea, Japan und China sollten sich beim Außenministerium registrieren lassen, sagte der australische Premierminister Malcolm Turnbull dem TV-Sender Channel 9 .

Die Kriegsgefahr sei derzeit so hoch wie seit dem Ende des Koreakrieges nicht mehr. Der endete vor 64 Jahren. Er sei "absolut" überzeugt, dass US-Präsident Donald Trump die Nordkorea-Krise bewältigen könne, sagte Turnbull dem Sender. Aber die Kriegsgefahr sei sehr real. "Das bedrohliche Verhalten Kim Jong Uns wird immer heftiger."

Auf der Regierungswebsite Smart Traveller  registrierte Australier könnten Warnungen direkt auf ihre Telefone erhalten, falls die Regierung sie dringend erreichen müsste. Außerdem sei sichergestellt, dass die Regierung wisse, wo genau sich die Menschen aufhalten. "So können wir unseren Job machen und Ihnen helfen, wenn Sie im Ausland Probleme bekommen."

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In Südkorea, Japan und China befinden sich geschätzt 200.000 Australier. Die Regierung aktualisierte ihren Reisehinweis für die Gegend und erklärte, die Spannungen könnten leicht eskalieren.

Ein Angriff Nordkoreas auf die USA oder ihre Verbündeten würde mit überwältigender Wucht beantwortet, sagte Turnbull. Es wäre wie ein "Abschiedsbrief für Nordkorea". Zugleich ist er eigenen Angaben zufolge zuversichtlich, dass die Spannungen friedlich gelöst werden könnten, "indem die internationale Gemeinschaft den wirtschaftlichen Druck erhöht". Die USA drängen China beispielsweise dazu, alle Öl-Lieferungen an Nordkorea zu beenden.

Warnungen von Joschka Fischer und der Uno

Nordkorea hatte am vergangenen Sonntag eigenen Angaben zufolge eine Wasserstoffbombe getestet. Es war der sechste und bisher größte Atomtest der diplomatisch isolierten Nation, die weiter auf verbale Provokationen setzt. Die USA werfen Nordkorea vor, einen Krieg provozieren zu wollen und dringen im Uno-Sicherheitsrat auf "größtmögliche Sanktionen" gegen Pjöngjang.

Video zu Spitzenforschern in Nordkorea: Kims Bombenbauer

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Uno-Generalsekretär António Guterres warnte jüngst vor einem Weltkrieg und appellierte an alle Staaten, dass ein Krieg auf der koreanischen Halbinsel unbedingt verhindert werden müsse. Auch der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer äußerte sich zum Nordkorea-Konflikt . Es sei die "heißeste Krise, die wir im Moment haben". Die Frage eines Atomkriegs sei "plötzlich wieder virulent" geworden. Eine Lösung könne nur auf diplomatischem Wege erreicht werden.

aar/dpa
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