Aufrüstung Nordkorea will Anlagen für Atomwaffenproduktion wieder in Gang gesetzt haben

Nordkorea hat angekündigt, die "Qualität und Quantität" seines Atomwaffenarsenals auszubauen. Eine wichtige Anlage sei wieder in Betrieb genommen worden.
Anlage im Nuklearkomplex Yongbyon (Archivbild von 2008): "Qualität ausbauen"

Anlage im Nuklearkomplex Yongbyon (Archivbild von 2008): "Qualität ausbauen"

Foto: REUTERS/Kyodo

Pjöngjang meldet sich mit neuen Drohgebärden: Den offiziellen Angaben aus Nordkorea zufolge hat das abgeschottete Land alle Anlagen für die Atomwaffenproduktion im umstrittenen Nuklearkomplex Yongbyon in Gang gesetzt. Dazu gehörten der Fünf-Megawatt-Reaktor und die Anlagen zur Urananreicherung, wurde der Leiter des Atomforschungsinstituts von den staatlichen Medien zitiert.

Demnach wolle Nordkorea sein Atomwaffenarsenal qualitativ und quantitativ ausbauen. Das Land sei bereit, Feindseligkeiten der USA jederzeit mit Nuklearwaffen zu begegnen.

In hoch angereicherter Form kann Uran wie Plutonium für den Atombombenbau verwendet werden. Nordkorea nahm nach eigenen Angaben in den Jahren 2006, 2009 und 2013 Atomtests vor. Der Uno-Sicherheitsrat reagierte jeweils mit Sanktionen gegen das kommunistische Regime.

Nun hieß es in den staatlichen Medien weiter, Nordkorea baue auch einen neuen Satelliten, der kurz vor Fertigstellung sei. Möglicherweise ist der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un damit beim Bau einer Langstreckenrakete für den militärischen Einsatz weitergekommen.

Südkorea und die USA teilten nach den Ankündigungen aus Nordkorea mit, jede Aktivität bei ballistischen Raketen würde Beschlüsse des Uno-Sicherheitsrats verletzen. Nord- und Südkorea hatten sich Ende August auf Schritte zur Entspannung der jüngsten Krise verständigt. Beide Staaten befinden sich formell noch im Kriegszustand.

vks/dpa/Reuters