Freiheit nach sechs Wochen Haft Nordkorea lässt US-Veteran ausreisen

Sechs Wochen lang befand sich Merrill Newman in der Gewalt der nordkoreanischen Behörden, jetzt hat das Kim-Regime den US-Veteranen freigelassen. Der 85-Jährige soll im Korea-Krieg eine Spezialeinheit befehligt haben, bei einer Reise im Herbst war er festgenommen worden.


Pjöngjang/Peking - Der US-Veteran Merrill Newman ist wieder auf freiem Fuß: Nordkorea hat den 85-Jährigen, der am 26. Oktober in Pjöngjang festgenommen worden war, ausreisen lassen. Nach einem kurzen Aufenthalt in Peking ist Newman inzwischen auf dem Weg in seine Heimat.

Nordkoreas Regime hatte dem Kalifornier "feindliche Handlungen" vorgeworfen. Er habe während des Korea-Kriegs zwischen 1950 und 1953 die Ermordung koreanischer Soldaten und Zivilisten angeordnet. Offenbar war Newman damals Offizier der US-Spezialeinheit "White Tigers", die südkoreanische Partisanen unterstützte.

In der vergangenen Woche strahlte das Staatsfernsehen in Pjöngjang ein Video aus, in dem sich Newman für sein Handeln während des Korea-Kriegs entschuldigte. Darin räumte er ein, in den fünfziger Jahren Mitglied einer Spezialeinheit gewesen zu sein, die das nordkoreanische Regime bekämpfte. Auf seiner Nordkorea-Reise im Oktober habe er Kontakt zu überlebenden Soldaten knüpfen wollen.

USA fordern Freilassung eines weiteren Bürgers

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Ausreise aus Nordkorea: US-Veteran in Freiheit
Newmans Familie stellt die Tatsachen anders dar: Der Mann habe zwar als US-Soldat im Korea-Krieg gedient, dennoch müsse es sich um eine Verwechslung handeln. "Es muss sich um ein schreckliches Missverständnis handeln", sagte Newman. Bei dem Veteran, der für besondere Tapferkeit vor dem Feind im Korea-Krieg mit dem Silver-Star-Orden ausgezeichnet wurde, müsse es sich um einen anderen Merrill Newman handeln.

Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete am Samstag, Newman sei aus humanitären Gründen ausgewiesen worden. Der Veteran zeigte sich bei seinem Zwischenstopp in Peking äußerst erleichtert: "Ich bin froh, endlich auf dem Heimweg zu sein. Ich schätze die Nachsicht der nordkoreanischen Regierung. Ich fühle mich gut. Ich will nach Hause zu meiner Frau", sagte Newman weiter.

Ähnlich äußerte sich das Außenministerium in Washington: "Wir sind froh, dass Herrn Newman die Ausreise aus Nordkorea ermöglicht wurde. Wir begrüßen die Entscheidung, ihn freizulassen", sagte Ministeriumssprecherin Marie Harf.

US-Vizepräsident Joe Biden bezeichnete die Ausreise als "positive Sache". Im selben Atemzug forderte der Politiker die Freilassung von Kenneth Bae. Der US-Bürger - offenbar ein Reiseveranstalter und christlicher Missionar - wird seit November 2012 in Nordkorea festgehalten. Im Mai verurteilte ihn ein Gericht zu 15 Jahren Arbeitslager.

syd/AP/Reuters

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Simoneke 07.12.2013
1.
Das ist bei euch eine Topmeldung wert aber tonnenweise Kokain, welche in Mexiko in einem abgestürzten CIA Flugzeug gefunden wurden nicht? Der Rockzipfel der USA muss tief hängen...
hardcoreposter 07.12.2013
2. Pisa und Bastian Sick lassen herzlich grüßen
Nordkorea lässt amerikanischen VeteranEN ausreisen
helmut.alt 07.12.2013
3. optional
Es ist mir unverständlich, dass man in Staaten wie Nordkorea reist; noch dazu als 85-jähriger USA-Angehöriger. Da ist doch jede Willkür vorprogrammiert.
robert.haube 07.12.2013
4. Ende einer Dienstfahrt ?
Der Agentenführer einer Kuwol-Sabotageeinheit ist letztlich mit dem Schrecken davongekommen. Laut KCNA wollte er angeblich Kontakte zu ehemaligen Kuwol-Leuten in Nordkorea knüpfen. Der militante Evangelist, Kenneth Bae, als Reiseveranstalter getarnt, hingegen, wird es schwerer haben. Sollte er ein amerikanischer Spion sein, so wird er vermutlich nur in einem Gegengeschäft ausgetauscht werden.
IngoHH 07.12.2013
5. Selbst Schuld?
Anderen Medien zufolge hat sich der Herr ein wenig zu US-amerikanisch selbbewusst, geradezu unflätlich verhalten. Und wenn sich so zugetragen hat, kann ich nur sagen, dass man das auch besser nicht bei der US-Einreise macht. Der tatsächliche Grund war demnach nicht seine Einreise an sich. Halte ich auch für plausibler, er wird ja nicht der erste US Veteran in Nordkorea gewesen sein.
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