Wahlen in Nordkorea Parlament bestätigt Kim Jong Un im Amt

Der umstrittene nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un ist in seinem Amt bestätigt worden. Er ließ sich vom Parlament erneut zum Vorsitzenden der nordkoreanischen Verteidigungskommission wählen.

Machthaber Kim Jong Un: Als Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission wiedergewählt
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Machthaber Kim Jong Un: Als Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission wiedergewählt


Pjöngjang - Erstmals seit der Machtübernahme von Kim Jong Un ist das nordkoreanische Parlament zusammengekommen. In der Sitzung am Mittwoch wurde der Staatsführer erwartungsgemäß in seinem Amt als erster Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission bestätigt, wie die Staatsmedien berichteten. Angesichts des "historischen Moments" seiner Wiederwahl durch die neue Oberste Volksversammlung seien die Abgeordneten "in stürmische Hurra-Jubelrufe ausgebrochen", hieß es.

Nach der jüngsten politischen Säuberungswelle in Nordkorea versprechen sich Beobachter von der Parlamentssitzung auch neue Hinweise auf Veränderungen im Machtapparat. Vor wenigen Monaten hatte Kim Jong Un seinen Onkel, Jang Song Thaek, wegen Verdachts auf Verrat hinrichten lassen. Bis dahin hatte dieser eine wichtige Stellung im Staat inne.

Das Parlament war erst im vergangenen Monat gewählt worden. An der streng überwachten Abstimmung nahmen nach offiziellen Angaben 99,97 Prozent der Wahlberechtigten teil. In allen Wahlkreisen gab es jeweils nur einen Kandidaten. Somit wurden alle 687 Kandidaten gewählt.

Die Parlamentssitzung am Mittwoch ist die erste, seit Kim im Dezember 2011 nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il die Macht übernommen hatte. Das Parlament tritt normalerweise ein- oder zweimal jährlich für einen Tag zusammen. Dabei werden weitgehend Beschlüsse der herrschenden Arbeiterpartei ratifiziert. Deshalb wird Nordkoreas Oberste Volksversammlung im Ausland auch als Scheinparlament bezeichnet.

jbe/dpa/AFP

insgesamt 3 Beiträge
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rabbitfeet 09.04.2014
1. Das kam...
sehr ueberraschend
charlybird 09.04.2014
2. Und
die 0,03 Prozent werden nichts zu lachen haben.
terotex 10.04.2014
3. Das erinnert mich an einen Witz:
Frage an Radio Eriwan: "Was soll ich tun: Ich kann unsere Staatsführung nicht ausstehen, ich bin gegen den Kommunismus und ich bin für die Freie Meinungsäußerung." Antwort von Radio Eriwan: "Genosse, legen Sie bitte nicht auf. Wir leiten Sie jetzt an einen Mitarbeiter weiter. Bitte nennen Sie ihm Ihrem Namen und Ihre genaue Anschrift."
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