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30. Juli 2017, 09:53 Uhr

Nach Raketentest

US-Bomber überfliegen koreanische Halbinsel

Pjöngjang provoziert, Trump reagiert: Nach Nordkoreas erneutem Raketentest hat Donald Trump zwei Bomber in den südkoreanischen Luftraum geschickt. Auch gegen China erhebt der US-Präsident Vorwürfe.

Der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea spitzt sich weiter zu: Nach dem Test einer Interkontinental-Rakete in Nordkorea am Freitag hat US-Präsident Donald Trump zwei Air Force-Bomber über der koreanischen Halbinsel fliegen lassen. Die Bomber vom Typ B-1B starteten in Texas, überflogen den japanischen Luftraum und wurden über der Halbinsel von südkoreanischen Kampfjets begleitet. Der Einsatz dauerte etwa zehn Stunden.

Bisher hatten die USA mit Wirtschaftssanktionen und der Entsendung von Flugzeugträgern auf die atomaren Drohgebärden Nordkoreas reagiert. Trump appellierte außerdem erneut an China, den einzigen wichtigen Verbündeten des isolierten Staates, Diktator Kim zur Räson zu bringen.

"Ich bin von China sehr enttäuscht", erklärte Trump am Samstag auf Twitter. Seine Amtsvorgänger hätten Handel mit der Volksrepublik im Volumen von Hunderten Milliarden Dollar jährlich erlaubt. Dennoch hätten die Chinesen mit Blick auf Nordkorea nichts für die USA getan. "Das werden wir nicht länger zulassen. China könnte dieses Problem leicht lösen."

Ein Kommandeur der Air Force sagte, Nordkorea bliebe die größte Bedrohung für die Region. Zwar setze man weiterhin auf Diplomatie, doch die USA seien sich auch ihrer Verpflichtung gegenüber ihren Verbündeten bewusst und würden sich auch auf das Schlimmste vorbereiten.

Nordkorea hatte am Freitag eine Rakete getestet, die Experten zufolge nicht nur die US-Bundesstaaten Alaska und Hawaii, sondern auch die Westküste des amerikanischen Festlands und damit Städte wie San Francisco und Los Angeles erreichen könnte. Die Aktion stieß international auf Kritik. Auch China hatte sich distanziert.

Machthaber Kim Jong Un hatte über die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA verbreiten lassen, seine Rakete habe während ihrer 47-minütigen Flugzeit 998 Kilometer zurückgelegt und eine maximale Flughöhe von 3724,9 Kilometer erreicht. Trotz der hohen Temperaturen beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre könne dieser Typ mit einem Atomsprengkopf bestückt werden.

Es war der zweite Raketentest innerhalb eines Monates: Schon am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, war eine Version der Interkontinentalrakete des Typs Hwasong-14 abgefeuert worden.

cpa/AP/Reuters

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