Atomkonflikt Nordkorea nennt Raketentests Warnung an Südkorea

Die neuesten Raketentests bezeichnete die nordkoreanische Führung als Warnung an die südkoreanischen "Kriegstreiber". Die USA und Südkorea planen im August ein gemeinsames Militärmanöver.

Das Regime von Machthaber Kim Jong Un teilte mit, dass es sich bei den neuesten Raketentests um eine Warnung an Südkorea gehandelt habe. Das Bild wurde von der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlicht
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Das Regime von Machthaber Kim Jong Un teilte mit, dass es sich bei den neuesten Raketentests um eine Warnung an Südkorea gehandelt habe. Das Bild wurde von der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlicht


Einen Tag nach den jüngsten Raketentests in Nordkorea sprach die staatliche Nachrichtenagentur KCNA von einer "Warnung" an Südkorea. Laut der Agentur habe der Diktator Kim Jong Un die Tests der Waffensysteme persönlich "organisiert und angeleitet". Kim sagte demnach, die Raketen könnten in niedriger Höhe fliegen und seien damit nur schwer abzufangen. Südkorea dürfe diese Warnung nicht ignorieren.

Nordkorea hatte am Donnerstag zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs flogen beide Raketen etwa 600 Kilometer weit, bevor sie ins Meer stürzten. KCNA berichtete, es habe sich um "taktische Lenkwaffen eines neuen Typs" gehandelt. Der Test war demnach eine Reaktion auf die Einführung moderner Waffen durch Südkorea und dessen Militärübungen. Unter anderem plant Südkorea ein gemeinsames Manöver mit den USA für August.

Die US-Regierung, die derzeit mit Nordkorea um neue Verhandlungen über sein Atomwaffenprogramm ringt, reagierte zurückhaltend auf die Aktion Pjöngjangs. US-Präsident Donald Trump betonte, er habe gute Beziehungen zu Kim Jong Un. "Sie haben nicht wirklich anderes als kleine Raketen getestet...etwas, das viele testen", sagte Trump dem Nachrichtensender Fox.

USA und Südkorea weisen die Vorwürfe Pjönjangs zurück

Uno-Resolutionen verbieten Nordkorea - das mehrfach Atombomben getestet hat - die Starts von ballistischen Raketen. Solche Raketen sind in der Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Trump und Kim hatten Ende Juni bei einem kurzen Treffen im Grenzort Panmunjom auf der koreanischen Halbinsel Arbeitsgespräche zur atomaren Abrüstung in der Region vereinbart. Nach ihrem gescheiterten Gipfeltreffen im Februar in Vietnam weckte das Treffen neue Hoffnung auf Fortschritte in den festgefahrenen Verhandlungen über das Atomprogramm Nordkoreas.

Kim warf Südkorea jetzt vor, sich unaufrichtig zu verhalten. Das Land rede über Frieden, doch "hinter den Kulissen holt es ultramoderne offensive Waffen und hält gemeinsame Militärübungen ab", wurde Kim von den Staatsmedien zitiert. Die USA und Südkorea bestreiten die Vorwürfe Pjöngjangs, ihre gemeinsamen Manöver dienten der Angriffsvorbereitung.

höh/dpa/AFP

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