Nach gescheitertem Gipfel mit Trump Neue Aktivitäten auf nordkoreanischer Raketenanlage

Baut Nordkorea eine stillgelegte Raketenanlage wieder auf? Darauf deuten Satellitenbilder hin: Sie zeigen Arbeiten auf dem Sohae-Gelände im Westen des Landes.

Sohae-Gelände (Satellitenaufnahme)
REUTERS

Sohae-Gelände (Satellitenaufnahme)


Auf einer Raketenanlage in Nordkorea sind US-Experten zufolge neue Aktivitäten ausgemacht worden. Satellitenaufnahmen würden Aktivitäten auf dem Sohae-Gelände dokumentieren, zwei Tage nach dem Scheitern des Gipfels des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump, erklärte das in Washington ansässige Zentrum für strategische und internationale Studien (CSIS). Das könne darauf hindeuten, dass Pjöngjang die Anlage wieder aufbauen wolle.

Der US-Webseite 38 North zufolge wurden Strukturen auf der Sohae-Startrampe zwischen dem 16. Februar und dem 2. März wieder aufgebaut. Die Arbeiten auf der Anlage seien noch im Gange.

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Die USA drohen nun mit neuen Sanktionen - wenn die Führung in Pjöngjang nicht bereit sei, ihr "Atomwaffenprogramm und alles, was damit verbunden ist" aufzugeben, sagte Trumps Sicherheitsberater John Bolton dem TV-Sender Fox Business Network.

Langstreckenraketen wurden auf der im Westen Nordkoreas gelegenen Anlage Experten zufolge nie getestet. 2012 und 2016 starteten von hier Trägerraketen mit Satelliten. International wurden die Starts als Tests ballistischer Raketen gewertet und scharf verurteilt. Auf dem Gelände befinden sich eine Testanlage für Raketenantriebe und eine Abschussrampe.

Die nun registrierten Aktivitäten könnten laut CSIS ein Zeichen dafür sein, dass Nordkorea nach dem Scheitern des Gipfeltreffens von Hanoi "Entschlossenheit" zeigen wolle. Die Anlage habe seit August 2018 stillgelegen. Dies deute darauf hin, dass die nun registrierten Aktivitäten "absichtlich und zielgerichtet" seien.

cte/AFP



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