Asienreise des US-Präsidenten Obama droht Nordkorea mit "militärischer Macht"

US-Präsident Barack Obama hat Nordkorea mit deutlichen Worten vor Angriffen auf seine Nachbarstaaten gewarnt: Die USA würden nicht zögern, ihr Militär zur Verteidigung ihrer Verbündeten einzusetzen.

Obama beim Truppenbesuch in Südkorea: Drohung mit "militärischer Macht"
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Obama beim Truppenbesuch in Südkorea: Drohung mit "militärischer Macht"


Seoul - US-Präsident Barack Obama hat Südkorea im Konflikt mit Nordkorea seine Unterstützung zugesagt. "Wir werden nicht zögern, unsere militärische Macht einzusetzen, um unsere Verbündeten oder unseren Lebensstil zu verteidigen", sagte Obama am Samstag bei einem gemeinsamen US-Truppenbesuch mit seiner südkoreanischen Kollegin Park Geun Hye.

Zum Abschluss seines zweitägigen Besuchs ein Seoul warnte Obama Pjöngjang auch vor der Fortsetzung seines Atomwaffenprogramms. Damit beschreite Nordkorea "einen Weg der Konfrontation und Provokation", auf dem das Land nur weiter in die Isolation geraten werde.

Das Regime hatte jüngst damit gedroht, demnächst eine "neue Form" von Nukleartests durchzuführen. Experten vermuten, dass damit sogenannte Salventests gemeint sein könnten, bei denen mehrere Atombomben zugleich gezündet werden. Auf aktuellen Satellitenbildern sollen aber derzeit keine Anzeichen eines unmittelbar bevorstehenden Waffentest zu erkennen sein. Erst Ende März hatte Pjöngjang zwei Mittelstreckenraten in den Ozean östlich der koreanischen Halbinsel gefeuert. Kurz darauf war bekannt geworden, dass nordkoreanische Drohnen Südkorea ausspioniert und dabei sogar den Präsidentenpalast in Seoul überflogen hatten.

"Jeder kann drohen, dies macht ihn noch nicht stark", sagte Obama. Die Grenze zwischen dem Norden und dem Süden bezeichnete er als Trennungslinie zwischen "zwei Welten, zwischen einer offenen und einer geschlossenen Gesellschaft, einer wachsenden Demokratie und einem Schurkenstaat, der eher seine Menschen hungern lässt, als ihren Hoffnungen und Träumen Nahrung zu geben".

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un forderte sein Militär erneut auf, sich auf einen drohenden Konflikt mit den USA vorzubereiten. Nach Angaben von KCNA warf Kim den Soldaten bei einem Truppenbesuch vor, sich zu wenig beim Training einzusetzen. Sie und ihre Vorgesetzten müssten stets und zuallererst die Kampfbereitschaft im Blick haben.

Mit keinem Wort ging Obama auf die Festnahme eines jungen US-Touristen in Nordkorea ein. Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA befindet sich der 24-Jährige seit dem 10. April in Haft. Nach Angaben Nordkoreas soll er bei der Einreise sein Visum zerrissen und um Schutz in dem Staat gebeten haben. Warum diese Erklärung erst zwei Wochen nach der Festnahme erfolgte, blieb unklar.

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mbe/dpa/AFP

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farid1979 26.04.2014
1.
So so, Obama droht mit Gewalt, und erzählt gleichzeitig :"jeder kann drohen, dies macht ihn jedoch nicht stark "! Bei solchen Widersprüchen frage ich mich manchmal, ob bei den Amerikanern im Oberstübchen noch alle Synapsen funktionieren? Hat nur Obama das Recht auf Drohungen?
muellerthomas 26.04.2014
2.
Zitat von farid1979So so, Obama droht mit Gewalt, und erzählt gleichzeitig :"jeder kann drohen, dies macht ihn jedoch nicht stark "! Bei solchen Widersprüchen frage ich mich manchmal, ob bei den Amerikanern im Oberstübchen noch alle Synapsen funktionieren? Hat nur Obama das Recht auf Drohungen?
Wo genau sehen Sie denn dort einen Widerspruch? Natürlich macht einen eine Drohung nicht automatisch stark, es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass der Drohende durchaus über starke Mittel verfügt.
schreiberausthür.89 26.04.2014
3. Wohlhabende Demokratie vs Kommunismus
Der Schutz der USA hat die letzten Jahrzehnte dafür gesorgt, dass Südkorea von weiteren Invasionsversuchen durch die Kommunisten verschon geblieben ist und sich zu einer wohlhabenden und fortschrittlichen Demokratie entwickeln konnte. Die Bevölkerung in NK hat indes mein volles Mitgefühl. Kein Mensch sollte in einer Diktatur, dazu noch in einer derart unmenschlichen, aufwachsen und leben müssen.
fridolin.gaertner 26.04.2014
4. Zu spät, Barak
Zu spät, Barak, deinen Ruf als Friedensnobelpreisträger hast du verspielt. Zulange hast du zugeschaut, in Nordkorea, im Iran, in Syrien, in der Ukraine. Ein Friedensnobelpreisträger ist nur dann ein würdiger solcher, wenn er nicht nur den Frieden seines eigenen Volkes wahrt, sondern auch den Frieden anderer Völker im Blick hat und Diktatur und Faschismus auch anderswo bekämpft. Der Friedensnobelpreis honoriert nicht das Geschehenlassen des Faschismus, honoriert nicht die Gleichgültigkeit dem Bruch des Völker- und Menschenrechts gegenüber, er honoriert kompromisslosen Einsatz FÜR Frieden, Freiheit und Recht. Der Friedensnobelpreis honoriert nicht das Unterlassen eines Krieges, um Faschisten und Diktatoren wüten und Völker leiden zu lassen. Du hast zu lange nichts getan, der Ruhm deines Landes als unerbittlicher Weltpolizist ist längst dahin.
Wembley 26.04.2014
5. Friedensnobelpreis
Zitat von sysopGetty ImagesUS-Präsident Barack Obama hat Nordkorea mit deutlichen Worten vor Angriffen auf seine Nachbarstaaten gewarnt: Die USA würden nicht zögern, ihr Militär zur Verteidigung ihrer Verbündeten einzusetzen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkorea-obama-warnt-kim-jong-un-a-966272.html
Seine (selbsternannte) Heiligkeit B. H. Obama hat es geschafft, dass der Friedensnobelpreis endgültig zur Ramschware verkommen ist. Integre Leute sollten ihn künftig ablehnen.
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