Nordkorea Rätselraten um geplanten Raketentest

Nordkorea lässt die Welt rätseln: Der Zeitpunkt für einen angekündigten Raketentest verstrich am Samstag, ohne dass ein Abschuss erfolgte. Während das kommunistische Land von einem Satellitenstart spricht, fürchten Beobachter, das Regime wolle unter diesem Vorwand eine Langstreckenrakete testen.


Seoul - Die kommunistische Führung in Pjöngjang hatte den Raketenstart für die Zeit zwischen Samstag und Mittwoch angekündigt. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete am Samstag, der Start des Kommunikationssatelliten mit der Trägerrakete Unha-2 werde "bald" erfolgen. Sämtliche Vorbereitungen seien am Satellitenstart-Zentrum an der Ostküste Nordkoreas abgeschlossen.

Nordkoreas Diktator Kim Jong-Il: Aufregung wegen Raketentest
REUTERS

Nordkoreas Diktator Kim Jong-Il: Aufregung wegen Raketentest

Nach Meldungen der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap wurden am Startzentrum an drei verschiedenen Stellen Kameras postiert. Japanische Medien berichteten, dass die nordkoreanische Marine bereits Schiffe vor der Küste in Stellung gebracht habe. Dass die Rakete nach nordkoreanischen Angaben zunächst über Japan hinwegfliegen soll, sorgt in Tokio für nervöse Reaktionen. Das Krisenzentrum der japanischen Regierung verkündete am Samstag irrtümlich den Start der Rakete, zog seine Erklärung wenig später aber zurück.

Offenbar ließ Nordkorea wegen schlechter Wetterbedingungen das erste Zeitfenster verstreichen. Über dem Abschussort fegten sehr starke Winde hinweg, sagte ein Sprecher der südkoreanischen Wetterzentrale der Nachrichtenagentur Yonhap. Zudem sei es "teilweise bewölkt". Für Sonntag wurde eine Wetterbesserung vorausgesagt.

Der frühere US-Präsidentschaftskandidat John McCain warf Nordkorea vor, mit seinem Vorgehen "Aufmerksamkeit erregen" zu wollen. Dabei begebe sich das Land allerdings auf "sehr gefährliches Gelände", sagte er vor seiner am Sonntag beginnenden einwöchigen Asien-Reise. Auf die Frage, ob der geplante Raketenstart eine außenpolitische Krise auslösen werde, sagte der Senator von Arizona: "Ich kann nicht sagen 'Krise', aber es ist mit Sicherheit eine riesige Herausforderung." Er forderte China auf, mehr Einfluss auf das kommunistische Nordkorea auszuüben.

hil/AFP



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