Nordkorea Raketentest war angeblich Übung für Angriff auf US-Stützpunkte

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un provoziert die USA nach dem jüngsten Raketentest weiter: Potenzielles Ziel der nordkoreanischen Geschosse seien Stützpunkte der US-Armee in Japan.

Bericht über Raketentest im südkoreanischen Fernsehen
DPA

Bericht über Raketentest im südkoreanischen Fernsehen


Nordkorea hat sich zu seinem jüngsten Raketentest geäußert - und die USA damit weiter provoziert. Potenzielles Ziel der Geschosse seien laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA die Stützpunkte der US-Armee in Japan. Dort sind derzeit 54.000 US-Soldaten stationiert. Machthaber Kim Jong Un habe den gleichzeitigen Start der vier Raketen durch die Artillerieeinheiten der strategischen Streitkräfte persönlich angeordnet und beobachtet.

"In den Herzen der Artilleristen [...] war das brennende Verlangen nach gnadenloser Vergeltung gegen die Kriegshetzer, die ihr Manöver fortführen", hieß es in dem Bericht der KCNA. Am Mittwoch hatte das zweimonatige Frühjahrsmanöver der amerikanischen und südkoreanischen Streitkräfte in Südkorea begonnen. Nordkorea sieht darin Vorbereitungen für einen Angriff.

In einem Brief an die Vereinten Nationen schrieb der nordkoreanische Uno-Botschafter Ja Song Nam das "unverhüllte Atomkriegs-Manöver" würde die koreanische Halbinsel und den Nordosten Asiens in Richtung eines "nuklearen Desasters" treiben. "Es könnte sich ein richtiger Krieg entwickeln", so Ja in dem Brief, der kurz nach dem nordkoreanischen Raketentest vom Montag verschickt wurde.

Zuvor hatte Nordkorea, dem Raketentests unter Verwendung ballistischer Raketentechnik durch Uno-Resolutionen untersagt sind, vier Raketen ins Japanische Meer (Ostmeer) abgefeuert. Nach Angaben aus Tokio gingen drei der Geschosse in der japanischen 200-Meilen-Zone nieder. Japans Regierungschef Shinzo Abe sprach von einer "neuen Stufe der Bedrohung". Auch die USA, die Bundesregierung und die Uno verurteilten den Raketentest. Japan und die USA beantragten eine Dringlichkeitssitzung des Uno-Sicherheitsrats, die voraussichtlich am Mittwoch stattfinden soll.

Trump und Abe telefonieren

Uno-Generalsekretär António Guterres forderte Pjöngjang auf, künftig derartige "Provokationen" zu unterlassen. "Solche Aktionen verletzen Sicherheitsratsresolutionen und untergraben ernstlich den regionalen Frieden und die Stabilität", sagte Guterres' Sprecher Farhan Haq in New York. Nordkorea müsse seine internationalen Verpflichtungen "in vollem Umfang" erfüllen.

In einem Telefonat sicherte US-Präsident Donald Trump dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe die hundertprozentige Unterstützung der USA zu. Laut Abe seien sich die beiden Staatschefs darüber einig, dass der Raketentest die Uno-Resolutionen verletze und eine Bedrohung für die regionale und internationale Sicherheit darstelle.

Trotz scharfen Protesten aus China haben die USA erste Bauteile eines gegen Nordkorea gerichteten neuen Raketenabwehrsystems nach Südkorea gebracht. Die Abwehrraketen des Typs THAAD sollen in diesem Jahr auf südkoreanischem Boden stationiert werden. In der Erklärung betonte das US-Pazifik-Kommando, das THAAD-System diene ausschließlich der Verteidigung gegen nordkoreanische Bedrohungen. "Es stellt keine Gefahr für andere Länder in der Region dar." Die THAAD-Raketen könnten ballistische Raketen von kurzer und mittlerer Reichweite abfangen und zerstören.

max/AFP/dpa/Reuters/AP

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