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Industriepark Kaesong in Nordkorea: Lange geöffnet, jetzt geschlossen

Foto: JO YONG-HAK/ REUTERS

Sonderwirtschaftszone Kaesong Nordkorea riegelt Industriepark ab

Zur Sonderwirtschaftszone Kaesong hatten bislang Koreaner auch aus dem Süden Zutritt, die gemeinsame Arbeit ging trotz aller Spannungen weiter - damit ist jetzt Schluss. Die Führung in Pjöngjang verbietet Südkoreanern die Einreise. Die letzte wichtige Verbindung zwischen beiden Staaten ist gekappt.

Seoul - Der Industriepark Kaesong galt bislang als "letzte Festung des Friedens" in dem Konflikt auf der koreanischen Halbinsel. Dieses Gebiet war bislang von beiden Staaten gemeinsam betrieben worden, der Betrieb lief trotz des Konflikts weiter.

Doch Nordkorea scheint fest entschlossen, auch diese Verbindung zum südlichen Nachbarn beenden zu wollen. Das kommunistische Land verweigert Südkoreanern seit Mittwoch den Zugang zu Kaesong. Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe befanden sich 861 Südkoreaner in dem Industriekomplex - sie dürfen das Gebiet aber offenbar verlassen. Wie lange die Sperre dauern soll, war unklar.

Das Vereinigungsministerium in Seoul rief das kommunistische Nachbarland auf, das Verbot unverzüglich aufzuheben. Er bezeichnete die Entscheidung Pjöngjangs als "sehr bedauerlich".

Der Industriekomplex Kaesong ist das einzige noch betriebene wirtschaftliche Kooperationsprojekt zwischen beiden Ländern - er wurde 2004 als Projekt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der beiden Staaten gegründet. Kaesong liegt in Nordkorea etwa zehn Kilometer von der Grenze zu Südkorea entfernt.

Nicht nur Hunderte Südkoreaner sind hier in leitenden Positionen tätig: Mehr als 50.000 Nordkoreaner arbeiten für 123 südkoreanische Unternehmen.

Billige Arbeitskräfte für den Süden, Deviseneinnahmen für den Norden, das ist seit gut zehn Jahren der Deal in Kaesong. Denn der Komplex bietet dem kommunistischen Staat im Norden eine Möglichkeit, an harte Devisen zu kommen. Die Sonderwirtschaftszone generiert rund zwei Milliarden Dollar an grenzüberschreitenden Handel.

Südkorea droht mit Vergeltung für Provokationen

Pjöngjang verschärft mit der Schließung von Kaesong seine Kriegsdrohungen. Das international isolierte und mit scharfen Sanktionen belegte Land warnte bereits, es werde vor einem Atomschlag nicht zurückschrecken. Am Dienstag kündigte das kommunistische Land an, eine abgeschaltete Atomanlage wieder in Betrieb zu nehmen. US-Außenminister John Kerry betonte, die USA "werden Nordkorea nicht als Atomstaat akzeptieren".

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist seit dem dritten Atomtest des Regimes von Kim Jong Un im Februar äußerst gespannt. Pjöngjang hatte dem südlichen Nachbarn wiederholt mit Krieg und Angriffen gedroht - und am Samstag den "Kriegszustand" erklärt. Südkorea reagierte mit deutlichen Worten: Präsidentin Park Geun Hye kündigte eine massive und rasche militärische Aktion ohne Rücksicht auf politische Überlegungen an, falls Nordkorea seine Provokationen fortsetze.

kgp/dpa/AFP/Reuters
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