Uno-Vollversammlung Nordkorea schlägt Konföderation mit Südkorea vor

Nordkorea will die Konfrontation mit Südkorea beenden. Auf dem Weg zu einer Wiedervereinigung schlug der Außenminister eine Konföderation vor. Auf sein Atomprogramm will das Land jedoch nicht verzichten.

Nordkoreas Außenminister Ri Su Yong bei der Uno-Vollversammlung: "Die größte Sehnsucht der ganzen Nation"
REUTERS

Nordkoreas Außenminister Ri Su Yong bei der Uno-Vollversammlung: "Die größte Sehnsucht der ganzen Nation"


New York - Es ist erst wenige Monate her, da hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, der derzeit gesundheitlich angeschlagen ist, damit gedroht, alle Mitglieder der südkoreanischen Regierung auszulöschen. Staatsmedien wurden zitiert, wonach es "gnadenlose Schläge" geben sollte. Nordkorea warf dem Süden vor, auf Konfrontationskurs gegen den Norden zu gehen und eine "Vereinigung durch Verschlucken der anderen Seite" anzustreben.

Jetzt hat der kommunistische Norden einen Vorschlag gemacht, wie diese Vereinigung aussehen könnte. "Eine Vereinigung des Vaterlands ist die größte Sehnsucht der ganzen Nation", sagte Nordkoreas Außenminister Ri Su Yong am Samstag vor der Uno-Vollversammlung in New York und Schlug für den Weg dahin eine Konföderation vor.

"Wir sind der Meinung, dass eine nationale Wiedervereinigung nicht durch Konfrontation erreicht werden sollte, sondern durch eine Konföderation mit zwei Systemen in einem Land", sagte Ri und machte zeitgleich deutlich, dass Nordkorea auf sein umstrittenes Atomprogramm nicht verzichten wolle, solange es sich von den USA bedroht sehe.

Nordkoreas Vorschlag zur Schaffung von "zwei Systemen in einem Land" ist nicht neu. Das Regime in Pjöngjang propagiert die Vision einer Vereinigung durch ein konföderatives System seit Jahrzehnten. "Die Regierung der Demokratischen Volksrepublik Korea strebt in Worten und Taten aufrichtig die Entwicklung der innerkoreanischen Beziehungen hin zu einer Vereinigung durch Konföderation an", sagte Ri, der als erster Außenminister seines Landes seit 15 Jahren vor die Uno-Vollversammlung trat. Das sei der einzige Weg, um Krieg zu vermeiden und Frieden zu sichern. Zugleich warf er dem Süden aber Provokationen und Schikanen vor.

"Echte Menschenrechte"

Ri unterstellte zudem den USA erneut eine feindselige Politik gegenüber Pjöngjang. Diese Politik sei auch der Grund für sein Land, ein "Atomwaffenstaat" zu werden. Zweck der atomaren Abschreckung sei es nicht, andere anzugreifen. "Noch ist es ein Tauschmittel, das gegen etwas anderes eingetauscht werden kann," warnte Ri. In Südkorea wurden die Bemerkungen auch als erneute Antwort auf Seouls Vorschlag gesehen, den Norden unterstützen zu wollen, wenn es auf sein Atomprogramm verzichte.

Ri beteuerte, Nordkorea sei immer offen für einen Dialog über "echte Menschenrechte, abseits einer politischen Motivation und eines heuchlerischen Missbrauchs". Das Land sei auch willens, mit den Vereinten Nationen in dieser Frage zusammenzuarbeiten. Zuvor hatte Ri gesagt, alle Menschenrechte würden in Nordkorea respektiert. Nordkorea hatte auf den vor etwa einem halben Jahr veröffentlichten Bericht einer Uno-Untersuchungskommission empört reagiert, in dem Verbrechen gegen die Menschlichkeit in dem Land beschrieben werden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version stand über dem Artikel ein falscher Vorspann. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

cib/dpa

insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
dr.dax 28.09.2014
1.
Da scheint wohl einer ganz dringen Geld zu brauchen... Gut so; lasst Sie weiter betteln! Seoul braucht diese zurueckgebliebenen Loser aus dem Norden nicht! Hoffentlich wird sich dieser steinzeitliche kommunistische Verbrecherstaat mit samt seiner Bewohner in den naechsten Jahren selbst zerfleischen!
t dog 28.09.2014
2. Kim Jong Un
ist abgesetzt. Beste Vorraussetzungen für echte Verhandlungen. Die Politiker des Nordens mit 5 Mrd $ cash locken und den Norden zu eigenen Bedingungen eingemeinden.
gantern 28.09.2014
3. Es wäre ja schön
Dass vom Regime in Pjöngjang die Vision einer Vereinigung durch ein konföderatives System seit Jahrzehnten propagiert wird, wusste ich bisher nicht. Diese Töne zurzeit scheinen mir aber im Gleichklang zu stehen, mit Lawrows Versuch eines Neubeginns der Beziehungen mit den USA.
vhe 28.09.2014
4. Alles klar
Der Pudel braucht mal wieder Geld. Soll erstmal lernen, sich zu benehmen.
vhe 28.09.2014
5.
Hat er nicht schon ein Kind? Dann wird es spannend - darf die Mutti den Regenten geben, bis der junge Monarch alt genug für die Krönung ist? Wie wird er dann seine Mutter entsorgen? Wie der Papa den Onkel? Und was ist mit dem anderen Spross aus des Vaters blaublütiger Lende, Kim Jong-nam? Kann er Ansprüche auf den Thron geltend machen? Für Spannung ist also gesorgt, im koreanischen Königshaus. Schalten Sie nächste Woche wieder ein, wenn Kim wer-auch-immer eine neue Hasstirade auf Frau Park Geun-hye losläßt, verbunden mit einer weiteren Bitte um Versöhnung, Geld und dass sie bald eines fürchterlichen Todes sterben möge, die dr...... H... und amerikanische Marionette. Oder was dem nordkoreanischen Pressesprecher grad lustiges einfällt.
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