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Korea-Gipfel in Pjöngjang: Hoffnung auf Abrüstung

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Treffen von Moon und Kim Gipfel der Fragezeichen

Nordkoreas Machthaber Kim verspricht beim Treffen mit Südkoreas Präsident weitere atomare Abrüstung. Beide Seiten präsentieren den Gipfel als Erfolg - doch ob die Abmachungen umgesetzt werden, bleibt unklar.

"Wir haben die Samen des Friedens gesät, und nun ernten wir die Früchte." Fast wortgleich lobten Südkoreas Präsident Moon Jae In und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un das Ergebnis ihres Gipfels. Seit Dienstag hatten sie in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang verhandelt, und besonders für Präsident Moon war klar: Bei blumigen Worten durfte es nicht bleiben, jetzt musste es um konkrete Fortschritte gehen - nicht zuletzt, um die die schwierigen Gespräche zwischen Washington und Pjöngjang wiederzubeleben.

Moon, der sich selbst als Vermittler zwischen beiden Ländern sieht, wirkte angespannt, bevor er seine Erklärung abgab. Dann erläuterte er, was er mit Kim Jong Un ausgehandelt hatte.

  • Nordkorea habe sich zum Abbau seiner landesweit wichtigsten Atomanlage in Yongbyon bereit erklärt. Die USA müssten im Gegenzug auch zu einem Entgegenkommen bereit sein.
  • Kim wolle dafür internationale Atominspekteure ins Land lassen.
  • Laut Moon will Nordkorea auch seine Testanlage für Raketenantriebe in Sohae an der Westküste und die dortige Startrampe unter Aufsicht internationaler Inspekteure abbauen.
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Korea-Gipfel in Pjöngjang: Hoffnung auf Abrüstung

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US-Präsident Donald Trump reagierte wenig später auf Twitter: "Sehr aufregend!", nannte er die Nachrichten, die da von der koreanischen Halbinsel kamen. Die südkoreanische Delegation dürfte aufgeatmet haben.

Doch was sind die Ergebnisse wirklich wert? Darüber gehen die Expertenmeinungen auseinander. Denn viele Abmachungen sind vage.

"Die Amerikaner haben auf ein Zeichen gewartet, dass Kim es ernst meint", sagt Asienexperte Harry Kazianis. Kim Jong Un habe bei dem Gipfel genug getan, "um den Ball im Spiel zu halten". Um bei den sportlichen Vergleichen zu bleiben: Auch ein knapper Sieg sei eben ein Sieg.

Videoanalyse zum Korea-Gipfel: "Das ist ein großes Zeichen von Moon Jae"

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Kazianis hält nun einen weiteren Gipfel zwischen Trump und Kim für wahrscheinlich - es wäre das zweite Spitzentreffen nach der Begegnung in Singapur im Juni. "Trump hat viele innenpolitische Probleme", so Kazianis mit Blick auf die Vorwürfe gegen US-Richter Brett Kavanaugh. "Trump braucht jetzt einen außenpolitischen Erfolg."

Zunächst wird der US-Präsident aber seinen südkoreanischen Kollegen Moon bei der Uno-Vollversammlung in New York kommende Woche treffen. Dann wird es wohl vor allem darum gehen, was Nordkorea für sein Entgegenkommen fordert, meint Scott Snyder, Korea-Experte beim US-amerikanischen Thinktank Council on Foreign Relations. "Und dann werden wir wirklich wissen, wie viel die Erklärung von Kim und Moon wert ist."

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Leben in Süd- und Nordkorea: So nah und doch nicht gleich

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Viele Details der Vereinbarung blieben unklar, etwa wie und wann der Abbau der Atomanlage stattfinden soll. "Den USA wird es auch nicht reichen, dass Inspektoren lediglich die Anlage Yongbyon kontrollieren", glaubt Snyder. Noch immer fehle darüber hinaus eine überprüfbare Liste des bestehenden Atom- und Raketenarsenals Nordkoreas.

Historischer Besuch in Seoul angekündigt

Vielleicht eines der wichtigsten Ergebnisse - oder das mit der größten Symbolkraft - ist die angekündigte Reise von Kim Jong Un in den Süden. Noch nie ist ein nordkoreanischer Machthaber nach Seoul gereist.

"Südkorea ist sicher genug, dass unser politischer Anführer dorthin fahren kann, das ist das Signal an die Nordkoreaner", so John Delury, Professor an der Yongsei Universität in Seoul. Auch dass die beiden koreanischen Staaten sich gemeinsam um die Olympischen Spiele 2032 bewerben wollen, soll zeigen, dass sie es ernst meinen mit der Annäherung. Delury sagt: "Die Dynamik, die von diesem Gipfel ausgeht, ist bedeutend."

So wichtig die nukleare Abrüstung des Nordens ist, für viele Bürger in Korea sind ebenso die vielen kleinen Schritte bedeutsam, die die Spannungen mindern und die politische Entspannung fördern.

Präsident Moon hat Zentren angekündigt, in denen sich vom Krieg getrennte Familien treffen können. Er hat von der Anbindung von Bahnlinien und der Wiederinbetriebnahme der Sonderwirtschaftszone nahe der Stadt Kaesong gesprochen. Es sind viele kleine Schritte, die diese von Moon und Kim beschworene "Ära des Friedens" einleiten sollen.

Nur - dafür müssten den Ankündigungen auch Taten folgen, meint David Mason, Professor an der Sejong Universität in Seoul, der gerade mit Blick auf Kim Jong Un skeptisch bleibt. "Sie haben das schon zuvor versprochen, aber es ist nichts geschehen. Vermutlich muss Südkorea eine große Menge Geld zahlen, damit das in Gang kommt."

Zunächst einmal umgarnt Kim am Mittwoch seinen Gast Moon mit einem Abendprogramm im besten nordkoreanischen Stil. Nach dem Essen werden sie eine Massentanzveranstaltung im Stadion Erster Mai besuchen. Angekündigt wurde eine Show mit dem Titel "Unsere glänzende Nation".

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