Verdacht auf Ölschmuggel Südkorea setzt Schiff nach Nordkorea fest

Südkorea hat wegen der möglichen Verletzung internationaler Sanktionen ein Schiff beschlagnahmt. Der Verdacht lautet auf Ölschmuggel.

Hafen von Pyeongtaek
Bloomberg via Getty Images

Hafen von Pyeongtaek


Südkorea hält ein weiteres ausländisches Schiff fest, weil es heimlich Mineralölprodukte auf ein nordkoreanisches Schiff umgeladen haben könnte. Eine Uno-Resolution verbietet den Handel mit Nordkorea von Schiff zu Schiff.

Der Tanker "KOTI" werde seit dem 21. Dezember im Hafen Pyeongtaek-Dangjin an der Westküste Südkoreas festgehalten, teilte ein Vertreter des südkoreanischen Zolls am Sonntag mit. Das Schiff dürfe den Hafen nicht verlassen, solange die Untersuchung andauere. Nach Angaben des Außenministeriums ist der Geheimdienst an der Aktion beteiligt.

Die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, dass das Schiff 5100 Tonnen Öl transportieren kann und die Crew hauptsächlich aus China und Burma stamme. Der Tanker sei unter der Flagge Panamas gefahren. Zunächst war unklar, wann und wo die "KOTI" die Ölprodukte auf ein Schiff aus Nordkorea umgeladen haben soll.

Am Freitag hatte das Außenministerium in Seoul mitgeteilt, dass bereits im November ein unter der Flagge Hongkongs fahrendes Schiff beschlagnahmt und inspiziert worden sei. Im Oktober seien von dem Schiff vermutlich 600 Tonnen Ölprodukte in internationalen Gewässern auf ein Schiff aus Nordkorea umgeladen worden. Die "Lighthouse Winmore" liegt derzeit im Hafen der südlichen Stadt Yeosu.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte die entsprechende Verbotsresolution im September verabschiedet. Das wichtigste Uno-Gremium reagierte damit auf den sechsten - und bisher stärksten - Atomtest Nordkoreas wenige Tage zuvor.

US-Präsident Donald Trump hatte China am Freitag vorgeworfen, illegale Öllieferungen nach Nordkorea zu erlauben. China, der einzig verbliebene Verbündete Nordkoreas, wies die Anschuldigung zurück.

ssu/dpa/Reuters

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w.o. 31.12.2017
1.
Manchmal wünscht man sich, alle Resolutionen des Weltsicherheitsrates würden mit gleicher Nachdrücklichkeit und Unterstüzung durch die USA durchgesetzt.
pauli96 31.12.2017
2. Insgesamt 5700 Tonnen
Ich hab mal nachgelesen, Deutschland verbraucht 336.000 Tonnen - pro Tag. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1004/umfrage/entwicklung-des-oelverbrauchs-in-deutschland/ Reicht also grade für Kim's Dienst-Mercedes
Sumerer 31.12.2017
3.
"Südkorea hat wegen der möglichen Verletzung internationaler Sanktionen ein Schiff beschlagnahmt. Der Verdacht lautet auf Ölschmuggel." Isolation - Sanktionen sind nichts anderes - ist keine Maßnahme mit der sie schrittweise Öffnung einer Gesellschaft bewerkstelligt werden könnte. Niemand erwartet von einem isolierten Baby, dass es sprechen lernt.
hugahuga 31.12.2017
4.
WAs will man denn erreichen? Dass die Leute verhungern oder erfrieren? Also Demokratie lernt auf diese Art und Weise niemand. Es wird die Wut steigern, die Wut auf diejenigen, die nach gusto Staaten erlauben A-waffen zu besitzen oder eben nicht. Das könnte dann auch schon mal zu Kurzschlussreaktionen führen. Hoffen wir, dass es nicht dazu kommt.
sponlinekjr 31.12.2017
5. Was soll diese Relativierung?
Zitat von pauli96Ich hab mal nachgelesen, Deutschland verbraucht 336.000 Tonnen - pro Tag. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1004/umfrage/entwicklung-des-oelverbrauchs-in-deutschland/ Reicht also grade für Kim's Dienst-Mercedes
1. 5.700 Tonnen sind so um die 5 Millionen plus 700.000 Liter Erdölprodukt. Damit könnte Kims Dienstwagen an die 50 Millionen Kilometer zurücklegen. Na ja, da ein Mercedes kein Problem 2. Ernsthaft: Haben Sie noch nie etwas von Ameisenverkehr" gehört? Scheint so, also auf gehts: https://de.wikipedia.org/wiki/Ameisenverkehr
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