Angaben aus Südkorea Nordkorea testet erneut Raketen

Auf gemeinsame Militärübungen Südkoreas und der USA hat Nordkorea erneut mit Raketentests geantwortet. US-Präsident Donald Trump reagierte gelassen auf die Provokation.

Immer wieder provoziert Nordkorea mit Raketentests. Hier zeigt ein Bild des nordkoreanischen Senders KCTV, wie Kim Jong Un Ende Juni einen Raketentest beobachtet
AFP

Immer wieder provoziert Nordkorea mit Raketentests. Hier zeigt ein Bild des nordkoreanischen Senders KCTV, wie Kim Jong Un Ende Juni einen Raketentest beobachtet


Unmittelbar vor Beginn des G7-Gipfels im französischen Biarritz hat Nordkorea wieder Raketen getestet. Das Militär des international isolierten Landes habe am Samstagmorgen zwei Raketen von der östlichen Stadt Sondok aus abgefeuert, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte mit.

Die Raketen seien etwa 380 Kilometer in Richtung offenes Meer geflogen. Es habe sich vermutlich erneut um zwei ballistische Kurzstreckenraketen gehandelt - und damit um den siebten Test dieser Art seit Ende Juli.

Regelmäßige Provokation

Tests mit ballistischen Raketen jeglicher Reichweite sind Nordkorea, das auch schon mehrfach Atombomben getestet hat, eigentlich durch Uno-Resolutionen untersagt. Derartige Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Der Raketentest fand am Ende einer Woche statt, in der sich der US-Sondergesandte für Nordkorea, Stephen Biegun, in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul aufgehalten hatte, um Möglichkeiten auszuloten, die stockenden Gespräche mit Nordkorea wieder in Gang zu bekommen.

Bereits in den Wochen zuvor hatte Nordkorea ein Militärmanöver der USA mit Südkorea zum Anlass für mehrere Raketentests genommen. Seoul wertete die Tests als "Machtdemonstration", die den Unmut Pjöngjangs über die Manöver in Südkorea zeigen sollten. Die USA und Südkorea haben ihre Übungen jedoch Anfang dieser Woche beendet.

Nordkorea hatte wiederholt die gemeinsamen Militärübungen Südkoreas und der USA, die Lieferung von High-Tech-Waffen aus den USA nach Südkroea und den jüngsten US-Raketentest kritisiert. Die USA hatten am vergangenen Wochenende von der kalifornischen Insel San Nicolas einen Marschflugkörper abgefeuert. Dieser erreichte nach Angaben des Pentagons sein Ziel nach mehr als 500 Kilometern Flug präzise. Der Test wäre nach dem wichtigen INF-Abrüstungsabkommen mit Russland verboten gewesen. Das Abkommen gilt jedoch seit Anfang August nicht mehr.

"Er testet gerne Raketen"

Am Freitag bezeichnete Nordkoreas Spitzendiplomat US-Außenminister Mike Pompeo als "hartnäckiges Gift" und erklärte: "Wir sind sowohl für Dialog als auch für ein Unentschieden bereit."

US-Präsident Donald Trump hat sich bisher zurückhaltend zu den nordkoreanischen Raketentests geäußert. Er setzt darauf, dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, mit dem er sich seit Juni 2018 bereits dreimal getroffen hat, die Verhandlungen über einen Rückbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms wiederaufnehmen will.

Auch auf die jüngste Provokation aus Pjöngjang reagierte Trump betont gelassen. Kurz vor seinem Abflug zum G7-Gipfel in Frankreich bemühte sich der US-Präsident in der Nacht zu Samstag in Washington, die Bedeutung des Raketentests herunterzuspielen.

"Er testet gerne Raketen", sagte Trump mit Blick auf Kim. Andere Staaten täten das auch, die USA hätten selbst erst vor einigen Tagen einen Raketentest durchgeführt. Zudem betonte Trump nochmals sein gutes Verhältnis zu Nordkorea und dessen Führer. Kim Jong Un sei ihm gegenüber "ziemlich direkt" gewesen.

sop/dpa/Reuters



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micspiegelforum 24.08.2019
1. Wahnsinn
Obama hat die Presse fertig gemacht weil er, vernünftigerweise wie ich fand, eine selbst gesetzte rote Linie ignoriert hat. Wochenlang wurde die Schwäche des US-Präsidenten beklagt. Das Kim den US-Präsidenten am Nasenring durch die Arena führt ist irrelevant. Nordkoreanische Raketentests sind lakonische Tatsachenberichte. Donald Trump ist gefährlich. Es reicht nicht sich über ihn lustig zu machen. Sein tatsächliches inhaltliches Versagen muss thematisiert werden. Wäre mal eine zündende Idee. Da darf es dann auch gern eine Langstreckenrakete sein. Haut mal rein oder wollt ihr die Welt, die sich da gerade aufbaut?
bernteone 24.08.2019
2. Was soll Trump auch sagen ?
Eingestehen das er Kim Jong un falsch eingeschätzt hat ? Das geht wohl überhaupt nicht , also werden Lügen von Liebesbriefen verbreitet , warum solte Kim auch herzliche Briefe an Trump schreiben . Ein gefährliches Spiel für die Region was Trump da spielt .Einen Fehler zugeben steht nicht auf seiner Agenda .
Ole_Ostpreiß 24.08.2019
3. ist ja auch Trumps Größter Freund den es je gab
alles in Butter, es ist Nur ein Spiel, zuerst Kimm dann Trump und dann schauen Beide bei Wem es den Größten Bumms gemach hat ...
CharlySmith 24.08.2019
4. Nord-Korea ist ein Sch... Land
Nix zu fressen, aber eine Rakete nach der anderen verballern - und sowas nennt sich offiziell auch noch "Demokratische Volksrepublik". Diesem größenwahnsinnigen Riesen-Baby sollte man endlich das Handwerk legen.
HaraldSchicke 24.08.2019
5. Es könnte doch so einfach sein
Alle Sanktionen sofort abschaffen, keine Militätmanöver gegen Nordkorea mehr durchführen, die Süd- und Nordkoreaner zusammen machen lassen, endlich ein Friedensabkommen unterzeichnen. Jeder, den man in die Ecke treibt, wird irgendwann gefährlich, weil er sich wehren muss.
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