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05. Mai 2019, 21:25 Uhr

Atomkonflikt

Südkorea besorgt über Kims neue Waffentests

Die Verhandlungen zwischen Nordkorea und den USA stocken. Jetzt hat Machthaber Kim mit neuen Waffentests provoziert. Darüber ärgert sich allerdings weniger die US-Regierung - als der Nachbar.

Nordkorea hat eigenen Angaben zufolge Mehrfach-Raketenwerfersysteme mit größerer Reichweite und taktische Lenkwaffen getestet. Machthaber Kim Jong Un habe die Tests vom Samstag im Rahmen einer Übung persönlich überwacht, berichteten die Staatsmedien am Sonntag.

Zunächst hatte es geheißen, das nordkoreanische Militär habe lediglich einige Kurzstreckenprojektile in Richtung offenes Meer abgefeuert. Experten vermuten jedoch, Nordkorea könnte ein ballistisches Raketensystem erprobt haben. Uno-Resolutionen verbieten dem Land Raketentests unter Verwendung "ballistischer Raketentechnik".

Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete von einer "Angriffsübung" am Samstag. Von einem Raketentest, der gegen Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats verstoßen würde, war in der Meldung aber nicht die Rede.

Südkoreas Verteidigungsministerium erklärte am Sonntag, Nordkorea habe offenbar Mehrfachraketenwerfer mit Kalibern von 240 und 300 Millimetern sowie "eine neue Art taktischer Lenkwaffen" mit einer Reichweite von 70 bis 240 Kilometern getestet.

Das Büro von Südkoreas Präsident Moon Jae erklärte, das Abfeuern der Geschosse verstoße gegen ein militärisches Abkommen, das die beiden Länder im vergangenen Jahr unterzeichnet hätten. Die Regierung sei "sehr besorgt".

Pjöngjang fordert Lockerung der Sanktionen

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, "auf dieser sehr interessanten Welt" sei zwar alles möglich. Er glaube aber, dass Kim sich des "großen wirtschaftlichen Potentials" Nordkoreas bewusst sei und dieses nicht beschädigen wolle.

"Er weiß auch, dass ich auf seiner Seite bin und er will sein Versprechen an mich nicht brechen", schrieb Trump über Kim. Es werde zu einer Einigung mit Nordkorea kommen, fügte der US-Präsident mit Blick auf die zuletzt gescheiterten Gespräche über Nordkoreas Atomwaffenprogramm hinzu.

Die neuen Waffentests wurden von Beobachtern auch als weiterer Versuch Nordkoreas gesehen, im Atomstreit die USA stärker unter Druck zu setzen. Das zweite Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim war im Februar in Vietnam vorzeitig abgebrochen worden. Beide Seiten konnten sich in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Nordkoreas nicht einigen. Pjöngjang forderte eine Lockerung der internationalen Sanktionen - ebenfalls erfolglos.

Den nordkoreanischen Berichten zufolge war es Zweck der Raketenübung, die Einsatzfähigkeit und die Treffgenauigkeit "großkalibriger Mehrfach-Raketenwerfer und taktischer Lenkwaffen" zu überprüfen. Die offizielle Zeitung "Rodong Sinmun" veröffentlichte Fotos von Kim, wie er den Start verschiedener Waffensysteme mit einem Fernglas verfolgt.

lov/dpa/AFP

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