Atomkonflikt Südkorea besorgt über Kims neue Waffentests

Die Verhandlungen zwischen Nordkorea und den USA stocken. Jetzt hat Machthaber Kim mit neuen Waffentests provoziert. Darüber ärgert sich allerdings weniger die US-Regierung - als der Nachbar.

Kim Jong Un beobachtet auf diesem Bild laut Staatsmedien die Tests verschiedener Waffensysteme
KCNA/ KNS/ AP/ DPA

Kim Jong Un beobachtet auf diesem Bild laut Staatsmedien die Tests verschiedener Waffensysteme


Nordkorea hat eigenen Angaben zufolge Mehrfach-Raketenwerfersysteme mit größerer Reichweite und taktische Lenkwaffen getestet. Machthaber Kim Jong Un habe die Tests vom Samstag im Rahmen einer Übung persönlich überwacht, berichteten die Staatsmedien am Sonntag.

Zunächst hatte es geheißen, das nordkoreanische Militär habe lediglich einige Kurzstreckenprojektile in Richtung offenes Meer abgefeuert. Experten vermuten jedoch, Nordkorea könnte ein ballistisches Raketensystem erprobt haben. Uno-Resolutionen verbieten dem Land Raketentests unter Verwendung "ballistischer Raketentechnik".

Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete von einer "Angriffsübung" am Samstag. Von einem Raketentest, der gegen Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats verstoßen würde, war in der Meldung aber nicht die Rede.

Südkoreas Verteidigungsministerium erklärte am Sonntag, Nordkorea habe offenbar Mehrfachraketenwerfer mit Kalibern von 240 und 300 Millimetern sowie "eine neue Art taktischer Lenkwaffen" mit einer Reichweite von 70 bis 240 Kilometern getestet.

Das Büro von Südkoreas Präsident Moon Jae erklärte, das Abfeuern der Geschosse verstoße gegen ein militärisches Abkommen, das die beiden Länder im vergangenen Jahr unterzeichnet hätten. Die Regierung sei "sehr besorgt".

Pjöngjang fordert Lockerung der Sanktionen

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, "auf dieser sehr interessanten Welt" sei zwar alles möglich. Er glaube aber, dass Kim sich des "großen wirtschaftlichen Potentials" Nordkoreas bewusst sei und dieses nicht beschädigen wolle.

"Er weiß auch, dass ich auf seiner Seite bin und er will sein Versprechen an mich nicht brechen", schrieb Trump über Kim. Es werde zu einer Einigung mit Nordkorea kommen, fügte der US-Präsident mit Blick auf die zuletzt gescheiterten Gespräche über Nordkoreas Atomwaffenprogramm hinzu.

Die neuen Waffentests wurden von Beobachtern auch als weiterer Versuch Nordkoreas gesehen, im Atomstreit die USA stärker unter Druck zu setzen. Das zweite Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim war im Februar in Vietnam vorzeitig abgebrochen worden. Beide Seiten konnten sich in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Nordkoreas nicht einigen. Pjöngjang forderte eine Lockerung der internationalen Sanktionen - ebenfalls erfolglos.

Den nordkoreanischen Berichten zufolge war es Zweck der Raketenübung, die Einsatzfähigkeit und die Treffgenauigkeit "großkalibriger Mehrfach-Raketenwerfer und taktischer Lenkwaffen" zu überprüfen. Die offizielle Zeitung "Rodong Sinmun" veröffentlichte Fotos von Kim, wie er den Start verschiedener Waffensysteme mit einem Fernglas verfolgt.

lov/dpa/AFP

insgesamt 4 Beiträge
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hugahuga 05.05.2019
1.
Koreaner - ob Süd - oder Nord - wissen sicher besser, was sie voneinander zu halten haben. SK mag es als Pflicht dem US Hegemon gegenüber angesehen haben, sich "besorgt" zu äußern. Abedr sicher wissen sie in SK auch, dass Kim Druck auf die USA ausüben wollte, damit diese sich bewegen.
Promethium 05.05.2019
2.
Südkorea hat auch allen Grund dazu denn Nordkorea hat sich ja nicht von Kim il sungs Zielen abgewendet. Und eines davon war die Eroberung Südkoreas. Also zur Verteidigung brauchen die Nordkoreaner garantiert keine Atomwaffen und eine der zahlenmäßig stärksten Armeen der Welt. Nordkorea hat schließlich ein Verteidigungsbündnis mit China. Darüber hinaus ist Nordkorea noch nie angegriffen worden. Was sollte man auch von Nordkorea wollen, was man von den Kims nicht billiger bekäme, als von jedem anderen?
stollm 05.05.2019
3. Ich habe
überhaupt kein Verständnis für Regierungen aller Art, die sich teure Waffenprogramme leisten und die Bevölkerung, wie hier in Nordkorea, Lebensmittelzuteilungen von aktuell 300 Gramm/Tag erhalten. Diese Stinker haben total vergessen, dass Sie für den Wohlstand des das Volkes da sind und nicht umgekehrt. Es ist schlimm, dass immer junge Soldaten für einen Gehirnfurz eines Tribuns sterben müssen und nicht der Tribun selbst in einem ehrenhaften Duell seine persönlichen Gegner trifft. Das gilt beileibe nich nur für NK sondern auch für Indien , Pakistan und andere Länder deren Regierungschefs sich nur um sich selbst kümmern. Jedem der Denken kann fällt an dieser Stelle die Parole ein: Krieg den Palästen , Frieden für die Hütten. Auch wenns von einem Kommunisten ist
hamburgwolfgang 07.05.2019
4. Begreift eigentlich niemand in den USA,
dass Donald Trump überall auf der Welt nichts als pures Gewäsch erzählt. Alle seine Gespräche waren" ein großartiger Erfolg", so seine Aussagen. Wie man jedoch anschließend sieht war dem wohl nicht so. Und das ist wie hier eben kein Einzelfall. Dieser Mann hat überhaupt keine Ahnung von Politik und Diplomatie. Das einzige was er kann ist anderen zu drohen und zu erpressen. Das hat wenig bis gar nichts mit Diplomatie und Politik zu tun. Das passt eigentlich nur in die Mafia Szene.
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