Geplante Flottenparade Beide Koreas warnen Japan vor dem Hissen von umstrittener Flagge

Bei einer Flottenparade soll auf japanischen Schiffen die "Flagge der aufgehenden Sonne" gezeigt werden. Für Süd- wie Nordkorea eine Provokation.

AP

Für viele Koreaner ist die "Flagge der aufgehenden Sonne" ein Symbol japanischer Angriffe und der Herrschaft des Landes auf der Halbinsel zwischen 1910 und 1945. Nun soll die Flagge auch bei einer internationalen Flottenparade vor Südkorea auf den japanischen Schiffen gehisst werden.

Dagegen regt sich nicht nur in Seoul, sondern auch beim nordkoreanischen Regime Widerstand: Japan solle von seinen Plänen zum Hissen der umstrittenen Flagge Abstand nehmen, forderte eine nordkoreanische Propaganda-Website.

"Die 'Flagge der aufgehenden Sonne' ist eine Kriegsverbrecher-Flagge, die von den japanischen Imperialisten im 20. Jahrhundert benutzt wurde, um ihre barbarischen Eroberungen in Asien zu markieren", hieß es auf der staatlichen Internetseite Uriminjokkiri. "Der Plan, die 'Flagge der aufgehenden Sonne' zu hissen, ist eine massive Beleidigung für unser Volk."

Auch die Regierung in Seoul hatte Japan gebeten, auf das Hissen der Flagge zu verzichten. Beiträge zu dem Thema sind unter den meistgeteilten in den sozialen Netzwerken in den vergangenen Tagen. Im Präsidentensitz, dem Blauen Haus, gingen 250 Petitionen dagegen ein.

Die südkoreanische Marine ließ mitteilen, dass die japanischen Streitkräfte die Flagge auch bei gemeinsamen Flottenparaden in den Jahren 1998 und 2008 gezeigt habe. Dieses Jahr sei aber darum gebeten worden, die Nationalflagge sowie die südkoreanische Flagge zu zeigen.

Die japanische Regierung hat jedoch bereits zu verstehen gegeben, dass sie sich darauf nicht einlasse und trotz der Proteste die "Flagge der aufgehenden Sonne" zeigen wolle.

vks/Reuters



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