Konflikt um Nordkoreas Atomprogramm Kim Jong Un stellt den USA ein Ultimatum

Zwei Gipfel zwischen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Trump sind gescheitert. Kim schließt nun ein drittes Treffen nicht aus - knüpft es aber an Bedingungen.

Passanten in Südkorea verfolgen eine Nachrichtensendung über Kim Jong Un
Ahn Young-Joon/DPA

Passanten in Südkorea verfolgen eine Nachrichtensendung über Kim Jong Un


Im Streit um sein Atomwaffenprogramm hat sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un prinzipiell zu einem dritten Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump bereit gezeigt. Kim nannte allerdings Bedingungen - und setzte den Amerikanern eine Frist.

Die USA müssten einen fairen und für beide Seiten akzeptablen Vorschlag für ein Abkommen vorlegen. Bis Ende dieses Jahres wolle er geduldig auf eine "mutige Entscheidung" der USA warten, sagte Kim laut Staatsmedien in einer Rede bei einer Sitzung der Obersten Volksversammlung, Nordkoreas Parlament.

Die kommunistische Führung in Pjöngjang will die USA damit stärker unter Druck setzen. Vor sechs Wochen war ein zweites Gipfeltreffen mit Trump in Vietnam gescheitert. Die Gespräche wurden abgebrochen, weil man sich nicht über den Abbau der nordkoreanischen Atomwaffen einigen konnte.

Die nordkoreanische Seite verlangte im Gegenzug insbesondere eine Aufhebung eines Großteils der Sanktionen, die von den Vereinten Nationen und den USA gegen Nordkorea verhängt wurden. Das Land leidet darunter. Die USA wollten sich unter Berufung auf das Risiko, das von Nordkoreas Atomprogramm ausgehe, auf diese Forderung nicht einlassen.

"Der Dialogstil der USA passt uns nicht"

Kim warf den USA nun vor, sein Land mit einseitigen Forderungen zur Aufgabe des Atomprogramms zwingen zu wollen. Nordkorea dagegen wolle die Probleme durch Dialog lösen, sagte Kim in seiner Rede. "Doch der Dialogstil der USA, einseitig ihre Forderungen durchsetzen zu wollen, passt uns nicht, und wir haben kein Interesse daran."

Die USA müssten ihren derzeitigen "Kalkulationsweg aufgeben und mit einer neuen Kalkulation zu uns kommen", wird der Regierungschef zitiert. Falls die USA die richtige Haltung an den Tag legten und einen weiteren Gipfel vorschlagen sollten, sei Nordkorea dazu bereit. Kim war am Freitag vom nordkoreanischen Parlament zum Vorsitzenden der Kommission für Staatsangelegenheiten gewählt worden, wie die nordkoreanische Staatsagentur KCNA mitteilte.

Erst am Donnerstag hatte sich auch Trump zu den bisherigen Treffen mit Kim geäußert und einen dritten Gipfel für möglich erklärt. Die beiden bisherigen Gipfel seien "sehr produktiv" gewesen, sagte der US-Präsident. Trump und Kim hatten sich erstmals 2018 in Singapur getroffen. Kim hatte sich hier zu einer "kompletten Denuklearisierung" bereit erklärt, doch fehlten seitdem konkrete Zusagen, bis wann die Atomwaffen abgerüstet werden sollten.

Im Video: Trump prinzipiell zu drittem Treffen mit Kim Jong Un bereit

REUTERS

fok/dpa

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Seite 1
axelmueller1976 13.04.2019
1. Es ist herrlich Kims Worte zuhören
Kim weis doch exakt ,daß die USA am längeren Hebel sitzt. Und im schlimmsten Fall, was hoffentlich niemals eintreten wird das Problem militärisch mit einem Schlag beenden kann wenn Japan und die USA in Gefahr sind. Man muß Kim Sein Spielzeug Atom aus der Hand nehmen.
wi_hartmann@t-online.de 13.04.2019
2. Zwei Egomanen
In der Selbstdarstellung passen Trump und Kim eins zu eins zu- sammen. Zwei Halbirre verheissen für den Weltfrieden nichts Gutes.
Beat Adler 13.04.2019
3. Kim, das Pudelchen von Xi an kurzer Leine gehalten, klaefft.
Kim, das Pudelchen von Xi an kurzer Leine gehalten, klaefft. Es ist einzig und alleine die Fuehrung der alleinseligmachenden, kommunistischen Einheitspartei in Beijing, welche entscheidet was der Kim tun und sagen muss. Es ist ausschliesslich China, das den Schluessel zur atomaren Abruestung Nordkoreas in Haenden haelt. Was ist fuer Trump nun wichtiger? Der Gewinn des Handelskrieges gegen China und den Rest der Welt oder die atomare Abruestung Nordkoreas? Beides gleichzeitig erlaubt Xi Jingping NICHT. mfG Beat
kuac 13.04.2019
4.
Zitat von axelmueller1976Kim weis doch exakt ,daß die USA am längeren Hebel sitzt. Und im schlimmsten Fall, was hoffentlich niemals eintreten wird das Problem militärisch mit einem Schlag beenden kann wenn Japan und die USA in Gefahr sind. Man muß Kim Sein Spielzeug Atom aus der Hand nehmen.
Sehr seltsam, dass Sie das als Problem von Japan und USA sehen. Nicht diese Länder, sondern Korea ist geteilt und befinden sich im Kriegszustand. Mit Drohung wird Trump nichts erreichen. Kim scheint hier der cleverere Diplomat zu sein.
Beat Adler 13.04.2019
5. Suedkorea ist heute eine stabile Demokratie, Mehrheiten aendern sich.
Suedkorea ist heute eine stabile Demokratie, Mehrheiten aendern sich. Wenn die Befuerworter einer eigenen atomaren Aufruestung die naechsten Wahlen gewinnen, hat China, der Beschuetzer von Kim Jong Un, ein Problem: ZWEI atomar bewaffnetet Staaten an seiner Grenze. Einer, Nordkorea unter ihrer Kontrolle, der Andere, Suedkorea, NICHT. Ob China das will? Im Sept 2017 erklaerte der Sprecher der Regierung Chinas oeffentlich, dass China keinerlei Atomwaffen in Nordkorea duldet und dulden wird. Am 1. Juni 2018 eroeffnete Trump der Handelskrieg durch die Einfuehrung von Strafzoellen auf chinesische Produkte. Seit dem liegt die Abruestung in Nordkorea auf Eis. Nordkorea MUSS wieder von Allen seinen Nachbarn, China vorne weg, dann Suedkorea mit den USA und Russland dazu gebracht werden, atomar abzuruesten. Trump alleine bringt viel zu wenig Gewicht auf diese Waage. Unterdessen ruesten alle Nachbarn Nordkoreas, Russland, China, Suedkorea und Japan massiv mit Anti-Raketensystemen auf. Da in Nordkorea der Befehl eines einzigen Menschen genuegt, die Atomraketen abzufeuern, eine Befehlsverweigerung ausgeschlossen ist, bleiben diese Atomwaffen die Gefaehrlichsten der Welt. Hoffentlich funktionieren alle Anrti-Raketensysteme rund um Nodkorea, im Fall der Faelle, wie sie sollten. mfG Beat
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