Nordkorea Uno-Sicherheitsrat will über Raketenstart beraten

Den Raketenstart in Nordkorea hat Japans Premierminister Abe als "ernsthafte Bedrohung" bezeichnet. Nun soll der Uno-Sicherheitsrat tagen. Berlin hat den nordkoreanischen Botschafter einbestellt.

Raketenstart in Nordkorea
DPA

Raketenstart in Nordkorea


Mit einem Raketenstart hat Nordkorea den Westen erneut gegen sich aufgebracht. Der Abschuss der Mittelstreckenrakete und deren Einschlag nur 250 Kilometer vor der Küste Japans stelle eine "ernsthafte Bedrohung" für sein Land dar, sagte der japanische Premierminister Shinzo Abe. "Das war ein unverzeihlicher Angriff auf Japans Sicherheit."

Es war das erste Mal seit 1998, dass eine nordkoreanische Rakete die Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) Japans verletzte. Dabei handelt es sich um ein Seegebiet, in dem Japan gemäß internationalem Recht Hoheitsbefugnisse ausübt.

Deswegen werde der Uno-Sicherheitsrat tagen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Auch die US-Botschafterin Samantha Powers sagte, sie erwarte, dass das Gremium einberufen werde.

Das Pentagon hatte den Raketenstart verurteilt. Schließlich setzte sich Nordkorea auf diese Weise erneut über ein Verbot des Uno-Sicherheitsrats hinweg.

"In voller Absicht gefährdet"

Auch das Auswärtige Amt verurteilte den Start "mit aller Deutlichkeit und in aller Schärfe". Am Donnerstagmorgen soll der Botschafter des Landes zum Gespräch einbestellt werden. Unklar ist noch der Termin. Die Kritik der Bundesregierung solle dem nordkoreanischen Botschafter in "absehbarer Zeit" direkt übermittelt werden.

"Pjöngjang verstößt mit seinen Raketentests in eklatanter Weise gegen völkerrechtlich bindende Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen", kritisierte der Sprecher des Bundesaußenministeriums.

Armeevertreter im südkoreanischen Seoul hatten berichtet, das Regime in Pjöngjang habe eine ballistische Rakete vom Nordwesten Nordkoreas aus in Richtung des Japanischen Meers (Ostmeer) abgefeuert. Damit habe das kommunistische Land "in voller Absicht die Sicherheit eines anderen Staates gefährdet", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. "Das ist ein gefährlicher Akt der Provokation", so der Sprecher.

vek//Reuters/dpa/AFP

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