US-Verteidigungsminister Mattis schließt Stationierung von Nuklearwaffen in Südkorea nicht aus

Eine friedliche Lösung des Atomkonflikts rückt in immer weitere Ferne. Nun hat US-Verteidigungsminister Mattis Informationen über einen möglichen Konflikt mit Nordkorea preisgegeben.

James Mattis
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US-Verteidigungsminister James Mattis hat erneut bestätigt, dass die USA militärische Optionen für einen Krieg in Nordkorea ausgearbeitet haben.

Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sagte Mattis im Pentagon, dass der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ein möglicher Gegenschlag des kommunistischen Regimes in Pjöngjang erspart bliebe, wenn die USA gegen Nordkorea militärisch vorgingen.

Die Hauptstadt Südkoreas liegt nur wenige Kilometer von der nordkoreanischen Grenze entfernt, Beobachter gehen bislang davon aus, dass Seoul bei einem militärischen Konflikt zum Ziel würde - mit erheblichen Folgen für die Bevölkerung.

Ebenfalls bestätigte Mattis, dass eine Stationierung von nuklearen Waffen auf der koreanischen Halbinsel diskutiert werde. Aktuell gehe er immer noch von einer friedlichen Lösung des Konflikts aus. Sanktionen und diplomatische Bemühungen werden Diktator Kim Jong-Un trotz der harschen Rhetorik zum Einlenken im Atomkonflikt bewegen, so Mattis.

Unterdessen reagierte Nordkorea auf die neusten Sanktionen. Das Regime nannte die erneute Verschärfung der Strafmaßnahmen "die bösartigste, unethischste und unmenschlichste Art der Anfeindung". Zugleich betonte man in einem Schreiben, dass solche Konsequenzen das Atomprogramm des Landes nur beschleunigen werde.

Die USA und China hatten nach einem Telefonat vor der Uno-Debatte zuvor bekanntgegeben, dass man gemeinsam maximalen Druck auf Nordkorea ausüben will.

bam/Reuters



insgesamt 13 Beiträge
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clemens760 18.09.2017
1. Provokation
in meinen Augen provoziert die Stationierung von Nuklearwaffen das Regiem in Norkorea geradezu zu einem Präventivschlag. Ich hoffe wirklich das es nicht dazu kommt.
ph.latundan 19.09.2017
2.
der "druck" chinas auf nordkorea ist wohl ehr optischer art. und verhandlungen kann man nur mit jemanden fuehren der auch verhandeln will. und die chinesen sollten sich bewusst sein das die raketen auch in richtung peking gedreht werden koennen. die usa sollten atomwaffen in suedkorea stationieren und der sueden sollte eigene atomwaffen entwickeln, genauso wie japan. vielleicht macht das peking kooperativer.
hansriedl 19.09.2017
3. Nordkorea am Rande des Nuklearkrieges
Die Rede von einer militärischen Lösung verschärft die Krise zwischen Trump und Kim – und löst sie nicht. Die Berater Trumps gehen zudem davon aus, dass Nordkorea nicht abgeschreckt werden könne. Unerwähnt bleibt offiziell, dass die hohen Kosten eines militärischen Angriffs der USA auf Nordkorea derzeit nahezu ausschließlich Südkorea und Japan zu tragen hätten – abgesehen vom Flotten- und Luftwaffenstützpunkt der USA auf Guam und den US-Soldaten in Südkorea und Japan . Also, Südkorea u. Japan sollen bezahlen, ein Bomben Geschäft für die USA. Bezahlen können sie auch nur, wenn sie wie ein Phönix aus der Asche wieder auferstehen. Verfolgen Sie bitte die Geschichte der USA seit Staatsgründung, wie viele Jahre davon Friedensjahre waren ?.
modemhamster 19.09.2017
4. Ob die Südkoreaner das genauso sehen?
Bislang hat die südkoreanische Regierung eher den Eindruck gemacht, als interessiere sie sich für den Wunsch des Volkes nach Diplomatie statt Konfrontation. Mattis sollte langsam einsehen, dass er nicht wie bei "Risiko" über die Köpfe der betroffenen Staaten hinweg dort einfach Armeen und Waffen positionieren kann. Sowohl Japan als auch SK haben nach dem letzten Raketentest mit Putin telefoniert und Besuche zur Abstimmung des weiteren Vorgehens verabredet. Das sieht nicht so aus wie "wir freuen uns über amerikanische A-Bomben"
ykerniz? 19.09.2017
5.
Erschreckend, dass weder der Intellekt noch die Kenntnisse über Verhandlungsführung der US Administration ausreichen, um zu erkennen, was sie anrichten. Möge Gott uns beistehen!
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