Test einer Interkontinentalrakete USA drohen Nordkorea

Die USA kündigen nach dem jüngsten Raketentest schärfere Sanktionen gegen Nordkorea an: Man werde die "volle Bandbreite der Möglichkeiten ausnutzen".
Test einer Interkontinentalrakete: USA drohen Nordkorea

Test einer Interkontinentalrakete: USA drohen Nordkorea

Foto: Bebeto Matthews/ AP

Nach dem ersten Test einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea haben die USA vor dem Uno-Sicherheitsrat eine Resolution mit "schärferen internationalen Antworten" angekündigt. Auch Frankreich plädierte für eine Resolution mit neuen Strafmaßnahmen gegen Pjöngjang.

Die Details des Textes, den sie dem Gremium in den kommenden Tagen vorlegen werde, wolle sie noch nicht nennen, sagte US-Botschafterin Nikki Haley in New York bei einer Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats. Die darin enthaltenen Reaktionen würden aber Nordkoreas Aktionen "angemessen" sein. Die USA hatten die Sitzung des Uno-Sicherheitsrats beantragt, nachdem Nordkorea am Dienstag erstmals eine Interkontinentalrakete (ICBM) getestet hatte.

"Wir schauen nicht nur auf Nordkorea, wir schauen auf jedes Land, dass sich entscheidet, mit Nordkorea Handel zu treiben", sagte Haley. Die "unangemessenen Reaktionen" der Vergangenheit würden nicht wiederholt. Die US-Botschafterin betonte, wenn die internationale Gemeinschaft gegen das nordkoreanische "Outlaw-Regime" zusammenstehe, könne es dessen Zugriff auf harte Währung abschneiden und Öllieferungen an dessen Streitkräfte und Waffenprogramme unterbinden. Auch ließen sich die Restriktionen im Luft- und Seeverkehr noch weiter verschärfen.

Video: USA und Südkorea reagieren mit Raketen auf nordkoreanischen Raketentest

SPIEGEL ONLINE

Haley warnte, die USA nähmen auch solche Länder ins Visier, die trotz der internationalen Sanktionen weiterhin Geschäfte mit Nordkorea machten. Sie habe mit US-Präsident Donald Trump über mögliche Handelsrestriktionen gegen solche Länder gesprochen, sagte die Botschafterin, ohne einzelne Staaten zu nennen.

In einem Tweet kritisierte Trump besonders China: Der Handel zwischen China und Nordkorea ist in diesem Quartal um fast 40 Prozent gestiegen. "So viel dazu, China arbeite mit uns zusammen - aber wir mussten es zumindest probieren", schrieb der US-Präsident.

Für wirksame Sanktionen sind die USA auf China angewiesen, da Nordkoreas Außenhandel fast ausschließlich mit dem Land stattfindet. hatte in den ersten Monaten seiner Amtszeit stark darauf gesetzt, dass China als Hauptverbündeter Nordkoreas den Druck auf das Nachbarland erhöhen würde, im Konflikt um sein Atom- und Raketenprogramm einzulenken.

Die USA seien bereit, in dem Konflikt die "volle Bandbreite ihrer Möglichkeiten" zu nutzen, sagte Haley. Das schließe das Militär mit ein. "Wir ziehen es aber vor, nicht in diese Richtung zu gehen." Nordkorea habe die Welt mit seinem Raketentest, der eine "offensichtliche und scharfe militärische Eskalation" darstelle, zu "einem unsichereren Ort" gemacht. "Heute ist ein dunkler Tag."

Russlands stellvertretender Botschafter bei den Vereinten Nationen, Wladimir Safronkow, erteilte dem Ruf nach neuen Sanktionen eine Absage. Diese könnten das Problem nicht lösen, sondern brächten lediglich Stillstand, warnte er. Versuche, eine militärische Lösung des Konflikts zu rechtfertigen, seien unzulässig.

Auch China warnte vor einem möglichen Militäreinsatz gegen Pjöngjang. Peking sei "strikt gegen Chaos und Konflikt auf der koreanischen Halbinsel", sagte Chinas Botschafter Liu Jieyi. Militärische Mittel seien keine Option.

koe/dpa/Reuters/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.