Nach erneutem Raketentest USA und Japan kündigen härteren Kurs gegen Nordkorea an

US-Präsident Trump und Japans Premier Abe kündigen in einem Telefonat "weitere Aktionen" gegen Machthaber Kim Jong Un an. Über Angebote zu einer friedlichen Lösung sei Nordkorea "hinweggetrampelt".
Passanten in Pjöngjang betrachten die Übertragung des jüngsten Raketentests

Passanten in Pjöngjang betrachten die Übertragung des jüngsten Raketentests

Foto: DPA

US-Präsident Donald Trump und der Japans Premier Shinzo Abe sind sich einig: Angesichts der fortgesetzten nuklearen Drohungen aus Nordkorea drängen die beiden Politiker auf einen härteren Kurs gegenüber Pjöngjang.

"Ich stimme mit Präsident Trump voll überein in der Erkenntnis, dass wir weitere Aktionen ergreifen müssen", sagte Abe nach einem Telefonat der beiden. Trotz wiederholter Bemühungen um eine friedliche Lösung auch auf internationaler Ebene sei Nordkorea "über diese Bemühungen hinweggetrampelt" und habe "die Lage unilateral zur Eskalation gebracht".

"Ich bin von China sehr enttäuscht"

Nordkorea hatte am Freitag zum zweiten Mal binnen eines Monats entgegen aller Verbote und Warnungen eine Interkontinentalrakete abgefeuert. Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA zitierte Machthaber Kim Jong Un mit den Worten, das gesamte Festland der USA sei jetzt in Reichweite Nordkoreas.

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Nach Raketentest: US-Bomber über Südkorea

Foto: RICHARD P. EBENSBERGER/ AFP

Die USA und Südkorea reagierten auf den nordkoreanischen Raketentest mit einem gemeinsamen Manöver. Zudem ließen die USA zwei Überschall-Langstreckenbomber vom Typ B-1B die zwischen Nord- und Südkorea geteilte Halbinsel überfliegen, wie das US-Pazifikkommando mitteilte.

China, Russland und der Rest der internationalen Gemeinschaft müssten diese Tatsachen ernst nehmen und ihrerseits den Druck auf Pjöngjang erhören, forderte Abe. Auch Trump mahnte mehr Engagement an - vor allem von China. Das Land ist der einzig wichtige Verbündete des isolierten Staates und könnte Diktator Kim zur Räson zu bringen.

"Ich bin von China sehr enttäuscht", erklärte Trump am Wochenende auf Twitter. Seine Amtsvorgänger hätten den Handel mit der Volksrepublik im Volumen von Hunderten Milliarden Dollar jährlich erlaubt. Dennoch hätten die Chinesen mit Blick auf Nordkorea nichts für die USA getan. "Das werden wir nicht länger zulassen. China könnte dieses Problem leicht lösen."

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Nikki Haley, US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, erklärte auf Twitter, die Trump-Administration sei nicht davon überzeugt, dass ein Treffen des Uno-Sicherheitsrates zur Beilegung der jüngsten Krise beitrage. "Die Zeit für Gespräche ist vorbei", schrieb sie.

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Es ergebe "keinen Sinn", eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates abzuhalten, wenn dabei nichts Greifbares herauskomme, sagte sie. Eine weitere Resolution, die den internationalen Druck auf Nordkorea nicht signifikant erhöhe, sei "wertlos".

Eine solche Resolution würde dem nordkoreanischen Machthaber lediglich signalisieren, dass die internationale Gemeinschaft nicht willens sei, sich ihm entgegenzustellen.

US-Vizepräsident Mike Pence drohte mit einer härteren Gangart gegen das Land. "Die andauernden Provokationen des Schurkenstaates in Nordkorea sind inakzeptabel", sagte er laut CNN. "Die Vereinigten Staaten von Amerika werden weiterhin die Unterstützung von Ländern in der Region sowie weltweit einfordern, um Nordkorea wirtschaftlich und diplomatisch weiter zu isolieren."

dop/dpa/AFP
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