Nordkorea-Krise USA und Südkorea feuern Raketen als Warnung ab

Nordkorea behauptet, die getestete Interkontinentalrakete könne einen "großen und schweren Atomsprengkopf" befördern. Die USA reagierten zusammen mit Südkorea mit einer eigenen Raketenübung - und warnten Pjöngjang.

AFP/USFK

Einen Tag nach dem Test einer ballistischen Interkontinentalrakete durch Nordkorea haben die USA "härtere Maßnahmen" gegen Pjöngjang angekündigt. Als Warnung an den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un hielten das US- und das südkoreanische Militär zudem eine gemeinsame Raketenübung ab.

Dabei hätten die Länder ihre "präzise Feuerkraft" demonstriert, hieß es in einer Mitteilung des US-Militärs. Bei dem Manöver seien ein taktisches Raketensystem der USA und Südkoreas Hyunmoo-II-System benutzt worden. Die Raketen seien vor der südkoreanischen Ostküste im Meer niedergegangen. Das US-Militär, das auch Videos von der Übung verbreitete, sprach von einer Antwort auf Nordkoreas "destabilisierendes und ungesetzliches" Verhalten. Die südkoreanische Armeeführung sprach von einer "starken Botschaft der Warnung".

Zuvor hatte Außenminister Rex Tillerson bestätigt, dass Nordkorea eine ballistische Interkontinentalrakete (ICBM) getestet hatte. Dies hatten die USA zunächst bezweifelt und von einer Mittelstreckenrakete gesprochen. Südkoreas Verteidigungsminister Han Min Koo sagte vor dem Parlament, dass es sich bei der ICBM wahrscheinlich um eine zweistufige Rakete gehandelt habe. Sie habe vermutlich bei einer normalen Flugbahn eine Reichweite von 7000 bis 8000 Kilometern. Anchorage in Alaska ist 6000 Kilometer von Pjöngjang entfernt, Berlin knapp 8000 Kilometer.

Wie zuvor US-Präsident Donald Trump auf Twitter verurteilte auch Tillerson in einer schriftlichen Mitteilung den Raketentest scharf. Er stelle "eine neue Eskalation der Bedrohung" dar für die Vereinigten Staaten, deren Verbündete und Partner, sowie für die Region und die ganze Welt, erklärte Washingtons Chefdiplomat. Die USA würden "härtere Maßnahmen" ergreifen, "um Nordkorea zur Rechenschaft zu ziehen". Für Mittwoch beantragte die US-Regierung eine Dringlichkeitssitzung im Uno-Sicherheitsrat. Seine Regierung werde es niemals zulassen, dass Nordkorea über Atomwaffen verfügt, bekräftigte der US-Außenminister.

Kim Jong Un: Raketentest war ein "Geschenk" an die USA

Auch Pjöngjang äußerte sich nochmals zu dem Raketentest. Demnach könnte die am Dienstag abgefeuerte Interkontinentalrakete einen "großen und schweren Atomsprengkopf" befördern. Das "langwierige Kräftemessen mit den US-Imperialisten hat seine Endphase erreicht", zitierten Staatsmedien Machthaber Kim Jong Un.

Mit der Rakete habe Nordkorea die Kapazitäten der strategischen Waffen des Landes vervollständigt. Dazu gehörten auch herkömmliche Atombomben und Wasserstoffbomben. Nordkorea werde niemals auf seine Atomwaffen verzichten, sagte Kim. Den USA unterstellte er erneut eine feindselige Politik. Der Test sei als "Geschenk" für die Vereinigten Staaten an deren Unabhängigkeitstag (4. Juli) erfolgt.

Bereits am Dienstag hatte Nordkorea verkündet, es habe in einem "historischen Durchbruch" erfolgreich eine ballistische Interkontinentalrakete des Typs Hwasong-14 getestet. Diese sei in der Lage, "jeden Ort weltweit zu erreichen".

Die Führung in Pjöngjang arbeitet ungeachtet scharfer internationaler Proteste seit Jahren an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. Experten zweifeln aber an der Fähigkeit Nordkoreas, tatsächlich die nötige Technologie für einen solchen Angriff zu entwickeln.

max/dpa/AFP

insgesamt 186 Beiträge
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Seite 1
PeparleJohnson 05.07.2017
1. oh weh....
Die Nachricht könnte genau so lauten: "Nachdem Kim seinen Penis aus der Hose holte und es schwungvoll durch die Luft sausen ließ, haben auch Donald und Moon ihre Schniedel kreisen lassen, um zu zeigen: Sieh her Kim! wir haben auch einen Penis! und unser ist größer als deiner!" Was für ein Kindergarten.
hundini 05.07.2017
2. ^^
Nordkorea behauptet, die getestete Interkontinentalrakete könne einen "großen und schweren Atomsprengkopf" befördern. USA braucht nichts behaupten. USA braucht nichts testen. USA hat "große und schwere" Atomsprengköpfe. und USA hat mittlerweile einen unberechenbaren Knopfdrücker... Nordkorea scheint ein hohes Interesse an seiner Vernichtung zu haben...
ph.latundan 05.07.2017
3.
das wird die nordkoreaner nicht beeindrucken.
dirk1962 05.07.2017
4. Beide Seiten sollten
auf diese sinnlosen Demonstrationen verzichten und sich endlich an einen Tisch setzen. Die USA können und werden niemals zulassen, von Nordkorea Nuklearmedizin bedroht zu werden. Wenn Trump in Zugzwang kommt, wird er militärisch losschlagen. Er wird nicht anders reagieren wie Kennedy gegenüber Cuba.
herbert 05.07.2017
5. so ein Blödsinn
als wenn Nord Korea das beeindrucken würde. Das was die USA und Süd korea machen ist nur Hilflosigkeit. China ist der Schlüssel für das Problem !
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