Trotz US-Pass Nordkorea nimmt zweiten Mitarbeiter einer Hochschule fest

Erst ein Professor, jetzt ein Mitarbeiter derselben Uni: Nordkorea hat wieder einen amerikanischen Staatsbürger festgenommen. Das Regime wirft ihm "feindselige Handlungen" vor.

Die Universität für Wissenschaft und Technologie in Pjöngjang
AP

Die Universität für Wissenschaft und Technologie in Pjöngjang


Nordkorea hat zum zweiten Mal in zwei Wochen einen US-Bürger festgenommen. Gegen den Mitarbeiter einer Universität werde wegen "feindseliger Handlungen" ermittelt, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag.

Der Inhaftierte habe für die Universität für Wissenschaft und Technologie in Pjöngjang (PUST) gearbeitet, heißt es. An der von protestantischen Christen aus dem Ausland gegründeten Hochschule unterrichten mehrere US-Bürger.

Die Studenten stammen meist aus der nordkoreanischen Elite. Auf dem Lehrplan stehen auch Studienfächer wie "Kapitalismus", die ehemals als tabu in dem kommunistisch regierten Land galten.

"Kriminelle feindselige Handlungen zum Umsturz"

Der festgenommene Amerikaner hatte sich vor zwei Jahren im Internet als christlicher Missionar bezeichnet, der an der Universität in Pjöngjang eine Versuchsfarm plane. Damit wolle er den Nordkoreanern helfen, sich selbst zu versorgen.

An derselben Hochschule war auch ein anderer US-Bürger beschäftigt, der Ende April festgenommen worden war. Ihm werden laut KCNA "kriminelle feindselige Handlungen zum Umsturz" vorgeworfen.

Nun sind nach nordkoreanischen Angaben vier Amerikaner in dem weitgehend isolierten Land inhaftiert. Damit drohen sich die ohnehin starken Spannungen zwischen Nordkorea und den USA weiter zu verschärfen.

Im Januar 2016 wurde ein US-Student aufgegriffen und zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt, weil er versucht haben soll, ein Propagandaplakat zu stehlen. Zwei Monate später wurde ein 62-jähriger Missionar koreanischer und amerikanischer Abstammung zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt.

Nordkorea sorgt derzeit mit seinen atomaren Ambitionen international für Verärgerung. Machthaber Kim Jong Un hatte jüngst sowohl Japan, Südkorea als auch den USA mit einem Angriff gedroht.

US-Präsident Donald Trump erhöht seit Beginn seiner Präsidentschaft den Druck auf Nordkorea und hat auch ein militärisches Vorgehen gegen das Land nicht ausgeschlossen.

lov/AFP/dpa/Reuters



insgesamt 26 Beiträge
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derweissheitletzterschlus 07.05.2017
1. Wen wundert das?
Was haben denn Amerikaner noch in diesem Land verloren? Dass in diesem Land ein Pass gar nichts wert ist, sollte jedem klar sein... nur den Amis natürlich nicht - auch klar!
Jo-achten-van-Haag 07.05.2017
2. Wie schräg
im Kopf muss man sein um als Amerikaner in Nord-Korea einzureisen und zu wohnen? Diese Leute zündeln bewusst an der Kriegslunte. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Auch wenn das Vorgehen der Nordkoreaner nicht zu akzeptieren ist.
managerbraut 07.05.2017
3. Nach der 2. Festnahme eines US-Bürgers binnen weniger Tage und insgesamt
4 inhaftierter, teils zu langen Haftstrafen verurteilte US-Bürger zeichnet sich das Bild von staatlich inszinierter Geiselnahme von US-Bürgern ab welche das kommunistische Regime menschenverachtend, unbegründet festhält um gegen die USA ein menschlisches Fauspfand als Druckmittel zu haben um sich gegenüber den USA Vorteile entweder bei Verhandlungen sichern zu können oder militärische Angriffe gegen Nordkorea abwenden zu können. Wann, immer die USA meinen Nordkorea militärisch angreifen zu wollen, werden solche Aktionen 4 US-Bürger mit dem Tod bezahlen. So, in etwa dürfte die Botschaft lauten!
Beat Adler 07.05.2017
4. Grossherzige US Evangelisten zieht es zu Leuten in Not.
Grossherzige US Evangelisten zieht es zu Leuten in Not. Fuer ihre Missionierungen tun sie fast Alles. mfG Beat
gandhiforever 07.05.2017
5. Fanatiker
Wer heute missioniert, muss sich nicht wundern, wenn er als Fanatiker eingestuft wird. Und wenn so ein Fanatiker nordkoreanische Studenten vom boesen Kommunismus des fanatischen Kim bekehren will , dann muss er mit Problemen rechnen (auch wenn das subtil geschehen soll). Wenn der Missionar zu allem Elend noch US-Amerikaner ist, dann grenzt der Fanatismus schon an Dummheit. Als US-Buerger verstoesst er nicht nur gegen US-Recht (es sei denn, er beantragt eine Sondergenehmigung), er gefaehrdet sich unnuetz (und will dann von der US-Regierung gerettet werden). Vielleicht kann D. Rodman denn Dummen da rausholen?
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