Atomgespräche mit USA Nordkorea will nicht mehr mit Pompeo verhandeln

US-Außenminister Mike Pompeo soll künftig nicht mehr an den Atomgesprächen teilnehmen. Das fordert das nordkoreanische Außenministerium. Es brauche jemanden, der "vorsichtiger und reifer" sei.
Kim Jong Un

Kim Jong Un

Foto: Korean Central News Agency/ Korea News Service via AP

Nach dem Scheitern des zweiten Gipfeltreffens mit den USA im Februar hat Nordkorea nun den Ausschluss von US-Außenminister Mike Pompeo von den Verhandlungen im Atomkonflikt gefordert. Das nordkoreanische Außenministerium warf Pompeo vor, die Gespräche zu behindern, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Wünschenswert sei vielmehr jemand, der "vorsichtiger und reifer" kommunizieren könne.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump hatten sich erstmals im Juni 2018 in Singapur getroffen. Damals hatte Kim seine grundsätzliche Bereitschaft zur atomaren Abrüstung erklärt. Ein zweiter Gipfel im Februar in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi wurde abgebrochen.

Zuletzt hatte Kim den USA Bedingungen für ein drittes Gipfeltreffen mit Trump zur Lösung des Atomkonflikts gestellt. Die USA müssten einen fairen und für beide Seiten akzeptablen Vorschlag für ein Abkommen vorlegen - bis Ende des Jahres. Am Donnerstag hatte Trump einen weiteren Gipfel für möglich erklärt.

Nordkorea testet "taktische Lenkwaffe"

"Ich fürchte, dass sich die Gespräche weiter festfahren, wenn Pompeo weiter an den Gesprächen beteiligt ist", sagte der für US-Angelegenheiten im nordkoreanischen Außenministerium zuständige Direktor Kwon Jong Gun laut KCNA. Im Falle einer möglichen Wiederaufnahme des Dialogs wünsche Pjöngjang deshalb einen anderen Gesprächspartner.

Neben Trump will sich Kim demnächst offenbar auch mit Russlands Präsident Wladimir Putin treffen. Das bestätigte Kremlsprecher Dmitrij Peskow laut der Agentur Interfax zuletzt.

Seit dem abgebrochenen Gipfel in Hanoi gab es bereits mehrfach Berichte über neue Aktivitäten auf nordkoreanischen Testanlagen. Am Donnerstag meldete Nordkorea den Test einer neuen "taktischen Lenkwaffe". Experten werteten dies als Versuch, Druck auf die USA in den Gesprächen auszuüben. Kim sagte laut KCNA, die Waffe sei "von sehr großer Bedeutung, um die Kampfkraft der Volksarmee zu vergrößern".

mfh/AFP/dpa