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Verdächtiger Waffenfund: Kuba - Panama - Nordkorea

Foto: CARLOS JASSO/ REUTERS

Uno-Inspektion in Panama Ladung von nordkoreanischem Waffenfrachter gelöscht

Noch mehr Waffen: Der am Panama-Kanal gestoppte nordkoreanische Frachter hatte offenbar noch mehr Rüstungsgüter an Bord als bisher vermutet. Inzwischen wurde die Ladung des Schiffs gelöscht - was damit passiert, ist noch unklar.

Pjöngjang/Panama-Stadt - Berge von Zucker, darunter Raketenteile und Jet-Motoren: Einen Tag vor der Ankunft der Uno-Inspekteure in Panama ist die Ladung des nordkoreanischen Frachters "Chong Chon Gang" vollständig gelöscht worden. Die Arbeiten seien am Sonntag abgeschlossen worden, teilte der panamaische Minister für öffentliche Sicherheit, José Raúl Mulino, auf Twitter mit.

In den vergangenen Tagen sei weitere Munition entdeckt worden. Darunter seien Geschosse für Panzerbüchsen, berichtete der Fernsehsender TVN unter Berufung auf Staatsanwalt Javier Caraballo. "Das ist scharfe Munition", sagte er.

Die "Chong Chon Gang" war Mitte Juli an der Einfahrt zum Panama-Kanal gestoppt worden. Unter Zuckersäcken entdeckten die Ermittler verschiedene Raketenteile, zwei Flugzeuge des Typs MiG-21 und mehrere Jet-Motoren. Die Crew habe bei der Durchsuchung des Schiffes gewaltsamen Widerstand geleistet, heißt es von der Regierung in Panama. Unklar ist der Zustand des Kapitäns. Spekuliert wird, dieser habe einen Herzinfarkt erlitten. Auch von einem Selbstmordversuch ist die Rede.

Pjöngjang hat die sofortige Freigabe des Schiffes gefordert. Auch die Besatzung müsse unverzüglich freigelassen werden, erklärte das Außenministerium. Die Regierung in Havanna bestätigte inzwischen, dass die Waffen aus ihrem Kriegsarsenal stammen. Noch ist unklar, was mit der beschlagnahmten Schiffsladung passieren wird.

Das betroffene Schiff, die 36 Jahre alte "Chong Chon Gang", hat bereits in den vergangenen Jahren Aufmerksamkeit erregt. Laut dem Stockholmer Sipri-Institut wurde der Frachter 2010 in der Ukraine gestoppt, damals wurden Drogen- und Waffenschmuggel vermutet. Offenbar wurde aber nichts an Bord gefunden. 2009 wurde die "Chong Chon Gang" vor der Küste Somalias von Piraten attackiert.

Das Regime in Pjöngjang ist seit 2006 mit einem Waffenembargo belegt. Am Montag werden Inspektoren der Vereinten Nationen in Panama erwartet, ab Dienstag sollen sie das Schiff und die Waffen untersuchen.

vks/dpa
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