Nordkorea Diktator Kim Jong Un übernimmt weitere Posten

Noch mehr Ämter für Kim Jong Un: Nordkoreas Machthaber hat anlässlich des 100. Geburtstags von Staatsgründer Kim Il Sung weitere Führungsposten in Partei und Militär übernommen. Die Vorbereitungen für den umstrittenen Raketenstart laufen unterdessen weiter auf Hochtouren.

Kim Jong Un: Zwei weitere Posten für den jungen Machthaber
REUTERS

Kim Jong Un: Zwei weitere Posten für den jungen Machthaber


Pjöngjang - Nordkoreas junger Machthaber Kim Jong Un festigt seine Macht weiter. Nach der Ernennung zum "Ersten Sekretär" der regierenden Arbeiterpartei erhielt Kim bei einer Parteikonferenz am Mittwoch zwei weitere Führungsposten.

Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete, dass Kim auch zum Vorsitzenden der zentralen Militärkommission und zum Mitglied des Politbüropräsidiums ernannt wurde. Der Militärausschuss kontrolliert die 1,1 Millionen Soldaten zählende Armee Nordkoreas. Vier Monate nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il besetzt Kim Jong Un damit alle wichtigen Posten seines Landes. Kim Jong Il erhielt zuvor bereits postum den Titel "Ewiger Generalsekretär". Sechs weitere Funktionäre wurden zu neuen Mitgliedern des Politbüros ernannt, darunter auch Jang Song Thaek, ein Onkel des Diktators.

Die Berufung Kims in die Ämter erfolgt in einer Woche der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung. Anlässlich des Jubiläums bereitet die koreanische Führung weiterhin den Start einer Langstreckenrakete vor, die nach Angaben aus Pjöngjang einen Forschungssatelliten ins Weltall transportieren soll. Westliche Beobachter bezweifeln diese Darstellung und werfen Nordkorea vor, einen versteckten Waffentest zu planen.

Die Vorbereitungen für den Start der Trägerrakete des Typs "Unha-3" sollen nach Meldungen aus Nordkorea mittlerweile fast abgeschlossen sein. Zwischen Donnerstag und Montag soll die Rakete abheben.

syd/AP/Reuters



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abc-xyz 12.04.2012
1. Nicht wirklich...
Kim Jong Un ist kein Diktator sondern eine Marionette. Das Sagen haben die Militärs und ein paar von der Partei. Die Kim-"Dynastie" wird nur deshalb augenscheinlich aufrecht erhalten, da man wegen Kim Il Sung so ein Aufhebens gemacht hat, dass man da nicht mehr rauskommt ohne alles umzuschmeißen.
deb2011 12.04.2012
2. Und so etwas ...
Zitat von sysopREUTERSNoch mehr Ämter für Kim Jong Un: Nordkoreas Machthaber hat anlässlich des 100. Geburtstags von Staatsgründer Kim Il Sung weitere Führungsposten in Partei und Militär übernommen. Die Vorbereitungen für den umstrittenen Raketenstart laufen unterdessen weiter auf Hochtouren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,827029,00.html
... nennt man dann Diktatur. Einfach unbegreiflich, dass die Nordkoreaner die KIm-Sippe noch nicht zum Teufel gejagt hat. Aber da kommen scheinbar zwei Dinge zusammen, die den Kims in die Hände spielen: Buddhistischer Aufopferungsgeist und kommunistischer Drill. Das geht für die Kims in Nordkorea eine perfekte Synthese ein.
chefchen1 12.04.2012
3.
Zitat von abc-xyzKim Jong Un ist kein Diktator sondern eine Marionette. Das Sagen haben die Militärs und ein paar von der Partei. Die Kim-"Dynastie" wird nur deshalb augenscheinlich aufrecht erhalten, da man wegen Kim Il Sung so ein Aufhebens gemacht hat, dass man da nicht mehr rauskommt ohne alles umzuschmeißen.
Das wäre jedenfalls eine Erklärungsvariante. Die Macht des neuen Kim dürfte noch nicht so wirklich gefestigt sein. Die Frageist dann, ob sich wesentlich etwas ändert, wenn die letzten der alten Garde nicht mehr sind, oder ob sich das System soweit gefestigt hat, daß es ein Selbstläufer ist.
rainer_daeschler 12.04.2012
4.
Zitat von abc-xyzKim Jong Un ist kein Diktator sondern eine Marionette. Das Sagen haben die Militärs und ein paar von der Partei. Die Kim-"Dynastie" wird nur deshalb augenscheinlich aufrecht erhalten, da man wegen Kim Il Sung so ein Aufhebens gemacht hat, dass man da nicht mehr rauskommt ohne alles umzuschmeißen.
Kein Diktator regiert wirklich alleine. Er hat immer eine mächtige Anhängerschaft, die ihre Macht aus der Nähe zu ihm rechtfertigt. Er garantiert ihr die Privilegien, sie ihm den Machterhalt. Eine Win-win Situation, wo 24 Mio. weitere Nordkoreaner zu Statisten werden.
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