Nordmazedonien Stevo Pendarovski gewinnt Präsidentschaftswahl

Nordmazedonien bekommt einen neuen Präsidenten: Bei der Stichwahl setzte sich der von den Sozialdemokraten unterstützte Stevo Pendarovski gegen seine nationalistische Kontrahentin durch.

Stevo Pendarovski feiert mit Anhängern den Wahlsieg
GEORGI LICOVSKI/EPA-EFE/REX

Stevo Pendarovski feiert mit Anhängern den Wahlsieg


Stevo Pendarovski wird neuer Präsident von Nordmazedonien. Bei der Stichwahl am Sonntag errang der 56-Jährige knapp 52 Prozent der Stimmen, wie die staatliche Wahlkommission mitteilte. Die von der nationalistischen Oppositionspartei VMRO-DPMNE unterstützte Universitätsprofessorin Gordana Siljanovska-Davkova kam auf gut 44 Prozent. Die restlichen Stimmen waren ungültig.

Die Beteiligung bei der Abstimmung am Sonntag gab die Wahlkommission mit 46,7 Prozent an. Damit lag sie über dem gesetzlich vorgeschriebenen Quorum von 40 Prozent.

Pendarovski ist Jurist und Politologe und arbeitete zuletzt als Koordinator für den bevorstehenden Nato-Beitritt seines Landes. Im Wahlkampf hatte er angekündigt, den eingeschlagenen Weg in Richtung EU- und Nato-Integration fortsetzen zu wollen. Er tritt die Nachfolge des mit der VMRO-DPMNE verbundenen Djordje Ivanov an. Nach zwei Amtsperioden durfte dieser nicht erneut kandidieren.

Testwahl für die Regierung

Das höchste Staatsamt hat in dem kleinen Balkanland nur repräsentativen Charakter. Dennoch galt die Abstimmung als Testwahl für die Regierung des Sozialdemokraten Zoran Zaev: Denn die frühere jugoslawische Republik Mazedonien hatte sich erst im Februar in Nordmazedonien umbenannt, um einen Streit mit Griechenland beizulegen.

Der Schritt war innenpolitisch umstritten. Athen hatte seit der Unabhängigkeit Mazedoniens vor 27 Jahren darauf bestanden, dass der nördliche Nachbar seinen Namen ändert, weil eine Region im Norden Griechenlands genauso heißt und Gebietsansprüche befürchtet wurden. Als EU- und Nato-Mitglied konnte Griechenland mit seinem Veto jede Annäherung Mazedoniens an die westlichen Bündnisse blockieren. Inzwischen ist der Beitritt Nordmazedoniens zur Nato eingeleitet worden.

Siljanovska-Davkova hatte im Wahlkampf die Umbenennung scharf kritisiert, zugleich aber erklärt, die zugrunde liegenden internationalen Abkommen respektieren zu wollen. Ihre Ablehnung des neuen Namens begründeten die Nationalisten damit, dass das mazedonische Volk in seiner nationalen Identität beeinträchtigt würde. Weil die Kontrahenten im ersten Wahlgang nur um 0,6 Prozent auseinanderlagen, kam es zur Stichwahl.

Entscheidend für Pendarovskis deutlicheren Sieg in der Stichwahl dürfte das Votum eines Teils der Albaner gewesen sein, die rund 25 Prozent der Bevölkerung des Landes ausmachen. In der ersten Runde hatte der von zwei kleinen Albaner-Parteien unterstützte Blerim Reka elf Prozent der Stimmen auf sich vereint. In der Stichwahl hat ein Gutteil dieser Wähler - wie dies die Ergebnisse in den albanisch bewohnten Wahlkreisen nahelegen - Pendarovski gewählt. Siljanovska-Davkova konnte hingegen in diesen Wahlkreisen keine Stimmen dazugewinnen.

kko/dpa



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