Nordsee Britische Marine überwachte russisches Kriegsschiff

Die russische Fregatte "Admiral Gorschkow" war am Montag in der Nähe britischer Hoheitsgewässer unterwegs. Die britische Marine entschied, das Schiff im Blick zu behalten. Ähnliches spielte sich tags zuvor ab.

Das britische Kriegsschiff "HMS St Albans" eskortiert die russische Fregatte "Admiral Gorschkow"
Royal Navy Handout/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Das britische Kriegsschiff "HMS St Albans" eskortiert die russische Fregatte "Admiral Gorschkow"


Eine Fregatte der britischen Marine hat ein russisches Kriegsschiff beim Fahren in der Nordsee begleitet. Die "HMS St Albans" habe die russische Fregatte "Admiral Gorschkow" am Montag in der Nähe britischer Hoheitsgewässer überwacht, teilte das britische Verteidigungsministerium am Dienstag mit. Im Laufe des Tages soll die "HMS St Albans" demnach zu ihrem Stützpunkt in Portsmouth zurückkehren.

Das Verteidigungsministerium erklärte, zuletzt hätten vermehrt russische Schiffe britische Gewässer durchquert. Demnach hatte am Sonntag auch das britische Patrouillenschiff "HMS Tyne" ein russisches Aufklärungsschiff verfolgt, das durch die Nordsee und den Ärmelkanal gefahren ist. Ein Marine-Hubschrauber habe zudem zwei weitere russische Schiffe beobachtet.

Der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson erklärte, er werde beim Schutz der britischen Gewässer "nicht zögern" und "keine Form der Aggression dulden". Großbritannien lasse sich nicht einschüchtern, wenn es darum gehe, "unser Land, unser Volk und unsere nationalen Interessen zu verteidigen". Die BBC berichtete am Dienstag, es sei nicht klar, in welche Richtung die "Admiral Gorschkow" unterwegs gewesen ist.

Angespanntes Verhältnis

Das Verhältnis zwischen Russland und Großbritannien ist seit Jahren stark angespannt. Derzeit untersucht eine britische Parlamentskommission Vorwürfe über russische Cyberattacken während des Brexit-Referendums im Juli 2016 und der britischen Parlamentswahl im Juni 2017. Beim ersten Besuch eines britischen Außenministers in Moskau seit fünf Jahren hatte sich Boris Johnson am Freitag um ein Ende der Spannungen bemüht. Bei einer Pressekonferenz mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow kam es allerdings zum Streit um die mutmaßlichen russischen Manipulationsversuche beim Brexit-Referendum.

Russlands See-Aktivitäten waren vergangene Woche durch einen Bericht der "Washington Post" in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. "Wir sehen eine russische Aktivität unter Wasser in der Nähe der Unterseekabel, wie wir sie noch nie gesehen haben", zitierte die US-Zeitung Andrew Lennon, den Kommandeur der U-Boot-Streitmacht der Nato. "Russland interessiert sich ganz offensichtlich für die Infrastruktur der Nato und ihrer Mitgliedstaaten."

mbö/AFP



insgesamt 95 Beiträge
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Michael Jürgens 26.12.2017
1. Man sollte auf beiden Seiten vorsichtig sein
Eine Konfrontation zwischen Russland und dem Westen kann man auch herbeireden- bitte nicht mit dem Feuer spielen, auch nicht durch solche Headlines
eule_neu 26.12.2017
2. Gedöns wegen militärischer Aktivitäten
Welche interessante Nachricht der englischen Marine ... Was die russische Marine veranstaltet, ist doch Alltag im sogenannten "Kalten Krieg". Die Russen spionieren in westlichen Gewässern, der Westen in den östlichen. Die Spionagetätigkeiten in den jeweiligen an deren Gebietssphären sind doch nichts Neues. Man ist eigentlich nur beunruhigt über die Dinge, die nicht in die Öffentlichkeit gelangen und in den Regierungsarchiven für Jahrzehnte verschwinden ...
skeptikerjörg 26.12.2017
3. Völlig normal
Ein völlig normaler Vorgang, wie er in den vergangenen Jahren hunderte Male vorgekommen ist. Nur war er da nie einer Meinung wert, weil eben Normalverhalten. Unnormal wäre, wenn russische Kriegsschiffe in britische Hoheitsgewässer eindringen würden.
dejanmilo 26.12.2017
4. Standardantwort der NATO in solchen Fällen:
Wir befanden uns in internationalen Gewässern. So was bekommt man zu lesen, wenn es zu "Vorfällen" zwischen der NATO und Russland z.B. im schwarzen Meer kommt.
Leser1000 26.12.2017
5. Ball flach halten
Wird hier nicht etwas aufgebauscht? Weltmächte waren schon immer zu Luft, zu Lande und auf dem Meer unterwegs und werden wiederum beobachtet. Kurzum: der eine tuckert los und der andere fährt hinterher; mal so, mal umgekehrt. Ich finde, da gibt es Bedrohlicheres, z. B. wenn Bewegungen im bzw. nahe des Balitikums unklar bleiben oder neue Mittelstreckenraketen stationiert würden.
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